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Hilfsaktion: Ein kleiner Pikser , der retten kann

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 4/2010: 18

Feldmann, Andre

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„Uni hilft“ – Studierende organisieren Aktionen zur Typisierung von potenziellen Knochenmarkspendern.

Uni hilft“ ist eine Aktion verschiedener Lokalvertretungen der bvmd (Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V.). Ziel ist es, möglichst viele junge Menschen zu finden, die gewillt und geeignet sind, Knochenmark zu spenden. Neben der eigentlichen Spendertypisierung stehen aber auch die Aufklärung und Sensibilisierung für das Thema auf dem Programm.

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Die Erkrankungen des blutbildenden Systems sind häufiger, als viele denken. Etwa 5 000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr daran. Ihnen ist oftmals nur durch eine Knochenmarkspende zu helfen. Eine erfolgreiche Suche ist aber trotz modernster Technik auch heute noch schwierig. Nur knapp jeder Dritte Erkrankte findet einen passenden Spender innerhalb der Familie. Das Kriterium für eine erfolgreiche Transplantation ist die möglichst große Übereinstimmung der sogenannten HLA-Merkmale (human leucocyte antigen). Für Betroffene, die innerhalb der Familie keinen passenden Spender finden, ist es wichtig, eine möglichst große Datenbank mit potenziellen Spendern und damit eine große Variabilität der HLA-Merkmale zu haben.

Eine Geste der Nächstenliebe: Etwa 11 000 neue potenzielle Spender ließen sich durch die Aktion „Uni hilft“ typisieren. Fotos: privat
Eine Geste der Nächstenliebe: Etwa 11 000 neue potenzielle Spender ließen sich durch die Aktion „Uni hilft“ typisieren. Fotos: privat

Die Idee von „Uni hilft“ stammt aus Großbritannien. Dort existiert schon seit einigen Jahren das Projekt „Marrow“ bei dem zu Semesterbeginn die neuen Studenten registriert werden. 2007 wurde die Idee nach Deutschland gebracht, und im Oktober 2007 fand die erste Typisierungsaktion auf dem Gelände des Universitätsklinikums Eppendorf in Hamburg statt. 600 Studierende und Mitarbeiter konnten damals typisiert werden. In den folgenden Jahren hat sich die Aktion auch in anderen Städten durchgesetzt, zum Beispiel in Greifswald, Hamburg, Jena, Köln und Lübeck. Die bisher größte Aktion fand im Oktober/November 2009 in Hamburg statt. Mehr als 110 Studenten halfen bei einer zweiwöchigen „Typisierungstour“ durch drei Hamburger Universitäten. Neben den 1 500 neu Typisierten konnten sie beim großen Abschlusskonzert außerdem Spenden für das Kinderhospiz „Sternenbrücke“ in Hamburg sammeln.

2010 fand eine Veranstaltung in Erlangen statt. Mit einem riesigen Rahmenprogramm gab es neben der eigentlichen Typisierungsaktion auch ein Rock- und ein Klassikkonzert, Hörsaalkino und einen Infoabend. Ergebnis waren 360 neue Typisierungen und 4 500 Euro für die Aktion Knochenmarkspende Bayern. Über die Jahre ist das Projekt zu einem riesigen Erfolg geworden. Insgesamt wurden bereits 11 000 neue potenzielle Spender durch „Uni hilft“ typisiert.

Nach den lokalen Aktionen steht nun ein neues Projekt auf dem Plan: Am 28. Mai 2011 soll am Tag der Lebendspende in Zusammenarbeit mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei eine gemeinsame Typisierungsaktion in möglichst vielen Städten stattfinden, um gemeinsam ein Zeichen im Kampf gegen Leukämie zu setzen.

Weitere Informationen oder Hilfe bei der Organisation von Typisierungsaktionen findet ihr unter: www.uni-hilft.de, www.bvmd.de oder per E-Mail an: andre.feldmann@bvmd-hamburg.de oder npo@bvmd.de. Andre Feldmann,

9. Semester, Hamburg

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