ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2011Homosexuelle: Mehr Forschung notwendig
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

. . . Noch nie haben Schwule und Lesben so viel Toleranz und kritiklose Zustimmung von der Gesellschaft erhalten wie derzeit . . . Noch nie war die Deutungshoheit über homosexuelles Erleben und Verhalten so eindeutig auf der Seite der Betroffenen. Wer damit ein Problem hat, ist homophob . . . Kritische Fragen zur Psychogenese homosexuellen Erlebens und Verhaltens und zu den Risiken und Nebenwirkungen gleichgeschlechtlicher Lebensentwürfe dürfen nicht gestellt werden und sind tabuisiert . . .

Vermutlich gibt es in Deutschland aber mehrere zehntausend Männer und Frauen, die an Konflikten ihrer sexuellen Orientierung und an ich-dystonen Sexualpräferenzen leiden. Diese Männer und Frauen wollen häufig nicht schwul oder lesbisch sein, sondern erleben eine starke Ambivalenz hinsichtlich ihres gleichgeschlechtlichen Erlebens. Dahinter stehen häufig schmerzhafte Brüche der Geschlechtsrollenaneignung, tiefe Kränkungen hinsichtlich der Identitätsentwicklung als Mann oder Frau und die blockierte Bindung und Identifikation mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil, verbunden mit einem hohen Ausmaß an pathologischer Scham.

Um diese Thematiken besser zu verstehen, wäre wesentlich mehr Forschung notwendig. Allerdings lässt das ideologisierte Klima derzeit keinen Raum für eine differenziertere und rationalere Auseinandersetzung mit der Thematik. Zu schnell ersticken Diskriminierungs- und Homophobievorwürfe, möglicherweise auch für Schwule und Lesben gewinnbringende empirische Fragestellungen.

Dipl.-Psych. Michael Gerlach, 86381 Krumbach

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote