ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2011Arbeitsgemeinschaft Influenza: Um Unterstützung wird gebeten

POLITIK

Arbeitsgemeinschaft Influenza: Um Unterstützung wird gebeten

Dtsch Arztebl 2011; 108(4): A-150 / B-116 / C-116

Buda, Silke; Haas, Walter

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Die Arbeitsgemeinschaft Influenza informiert als einziges System rasch und zuverlässig über die Virusepidemiologie und Krankheitslast. In einigen Regionen werden allerdings mehr Sentinelpraxen zur Datenerhebung benötigt.

Seit Mitte Dezember 2010 steigt die Influenza-Aktivität an. Bisher zirkulieren vor allem Influenzaviren A/H1N1 2009, der Auslöser der „Schweinegrippe“, doch werden auch Influenza-B-Viren und – sporadisch – Influenza-A/H3N2- Viren nachgewiesen. Alle drei Virustypen beziehungsweise -subtypen sind als Komponenten im aktuellen Influenzaimpfstoff enthalten. Wie sich die „Grippe“ in Deutschland epidemiologisch und virologisch verändert, wird jeden Mittwochnachmittag vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht (http://influenza.rki.de/Default.aspx). Auch das für Kinder bedeutende respiratorische Synzytialvirus wurde in die virologische Surveillance einbezogen.

Im Rahmen des Europäischen Influenzanetzwerks werden diese Daten zudem wöchentlich an das europäische Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle und von dort an die Welt­gesund­heits­organi­sation gemeldet. Internationale Veröffentlichungen und Einschätzungen der globalen Influenzasituation beruhen somit auch auf deutschen Sentineldaten und deren Qualität.

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Damit eine solche valide Erhebung überhaupt erfolgen kann, ist das Robert-Koch-Institut auf die Mithilfe der Ärzteschaft angewiesen. Die Güte des Wochenberichts hängt somit unmittelbar davon ab, wie viele Primärversorger sich als „Sentinelpraxen“ an der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) beteiligen, Befunde erheben und Daten sammeln.

Neben der Information über die aktuelle Ausbreitung der Influenza sind die Daten mit der Positivenrate und der antiviralen Resistenzsituation auch wertvoll für das diagnostische und therapeutische Vorgehen. Darüber hinaus bilden sie die Grundlage für Empfehlungen und Anpassungen von Präventionsstrategien.

Die AGI ist mit mehr als 1 000 registrierten Sentinelärztinnen und -ärzten, von denen mehr als 600 wöchentlich melden, regional zwar gut vertreten und liefert repräsentative Daten, es gibt allerdings immer noch Landkreise, aus denen keine Daten gemeldet werden.

Das RKI sucht deshalb kontinuierlich Praxen aus dem primärversorgenden Bereich (pädiatrische, allgemeinmedizinische und hausärztlich tätige internistische Praxen), die sich ehrenamtlich an der Überwachung akuter Atemwegserkrankungen beteiligen. Je mehr Sentinelpraxen sich beteiligen, desto robuster und geografisch detaillierter können die Auswertung, Bewertung und Information für die deutsche Ärzteschaft und die internationale Gemeinschaft sein.

Ausführliche Informationen senden wir allen Interessierten gerne zu. Kontakt: agi@rki.de.

Dr. med. vet. Silke Buda
Priv.-Doz. Dr. med. Walter Haas

Robert-Koch-Institut

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