ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2011Pathologie: Das Berufsbild ist nicht so eng
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. . . Der Artikel stellt in dankenswerter Weise heraus, welche Rolle Molekularbiologie heute in der praktischen Pathologie spielt. Ein gewisses Spektrum manifester Tumoren, Epithelatypien in der Zytologie sowie die Identifizierung bestimmter Virusinfektionen sind auf diese Methoden angewiesen.

Dennoch taucht beim Lesen der Gedanke auf, ob diese enge Darstellung nicht das in Medizinerkreisen ohnehin konturenarme Berufsbild des Pathologen weiter deformiert?

1 200 praktizierende Pathologen soll es in Deutschland noch geben. Aber die Zytologie ist ja nur ein Teilbereich der morphologischen Diagnostik für Patienten. Zahllose Minibiopsien kommen aus der Urologie, Gastroenterologie, Hepatologie und Gynäkologie, die Dermatologie schickt Exzisate, und dazu addiert sich der normale „Output“ aller schneidenden Disziplinen inklusive Ophthalmologie.

12 Feinnadelbiopsien sind Standard bei einer Prostata-Untersuchung und wollen genau durchmustert sein; ein Magenresektat oder ein Bulbus oculi sind sorgfältig zu präparieren, bevor überhaupt eine mikroskopische Untersuchung erfolgen kann – nur als Beispiel. Aus meiner Sicht ist die Mehrheit der Untersuchungen den eingangs genannten Methoden noch nicht zugänglich, und es entstehen ja auch zusätzliche Kosten.

Vordergründig stellt sich mir die Frage: Wer macht die ganze Alltagsarbeit? Steht die Einführung moderner Untersuchungsmethoden im vernünftigen Verhältnis zur Zahl der Pathologen?

Dabei will ich das Problem Obduktionen, mit deren Streichung man ein wichtiges Potenzial für Ausbildung und Qualitätskontrolle verschenkt, gar nicht in die Diskussion einbeziehen.

Dr. med. Werner Büttner,
09439 Amtsberg/Dittersdorf

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