ArchivDeutsches Ärzteblatt11/1996180 Jahre Ärztliche Bibliothek: Vor Zerstörungen gerettet

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180 Jahre Ärztliche Bibliothek: Vor Zerstörungen gerettet

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LNSLNS Am 2. Januar 1816 wurde der Ärztliche Verein in Hamburg gegründet und damit auch eine eigene Bibliothek. Es handelte sich um eine medizinische Handbibliothek, die in einem Lesezimmer bei der Patriotischen Gesellschaft den Mitgliedern des Vereins zur Verfügung stand.
Der Bestand wuchs schnell an, allerdings gingen viele wertvolle Bände beim großen Brand in Hamburg im Mai 1842 in Flammen auf. Der Verein bat danach in ganz Deutschland und im europäischen Ausland um Buchspenden zum Wiederaufbau der Bibliothek. Die Folge war, daß mehr als 30 000 medizinische Bücher und Zeitschriften schnell zusammenkamen, so daß die Hamburger Bibliothek sofort wieder über einen aktuellen Bestand verfügen konnte. Bis zur Jahrhundertwende standen bereits 50 000 Bände in den Regalen, darunter viele Erstausgaben.
Heute wird dieser "Altbestand" in Hamburg weltweit hochgeschätzt, weil die meisten anderen deutschen medizinischen Fachbibliotheken durch Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verlorengegangen sind. Der Hamburger Neurologe Prof. Max Nonne hatte die gesamte Bibliothek des Ärztlichen Vereins schon vor Beginn der Bombenangriffe auf Hamburg in sein Ferienhaus in Schleswig-Holstein auslagern lassen, so daß gleich nach Kriegsende der so gerettete Bestand wieder in Hamburg benutzt werden konnte.
Heute enthält die Bibliothek des Ärztlichen Vereins im Gebäude der Staats- und Universitäts-Bibliothek "Carl von Ossietzky" mehr als 120 000 Bände medizinischer Fachliteratur, dazu fast alle Fachzeitschriften und die Abteilung "Arzt und Poet". Die Bibliothek ist öffentlich. Im April 1996 wird zum 180jährigen Bestehen des Ärztlichen Vereins und seiner Bibliothek eine Ausstellung in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg gezeigt. EB
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