ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2011Hebammen: Erhebliche Überschätzung
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. . . Der Beruf der Hebamme genießt noch heute eine gewisse Mystik und Glorifizierung, die aus dem Mittelalter stammt. Vor allen aber ist der Beruf der Hebamme mit einer erheblichen Überschätzung ihrer medizinischen Fähigkeiten verbunden. Fast alle Wöchnerinnen sind davon überzeugt, dass die Rückbildungsgymnastik zur Involution des Uterus beitragen würde. Ein physiologischer Vorgang, der hormonell durch Stillen gesteuert wird und rein gar nichts mit Rückbildungsgymnastik zu tun hat. Die Anleitung zur Pflege des Neugeborenen im Wochenbett wäre meines Erachtens auch besser bei Säuglingskrankenschwestern aufgehoben, die damit mehr berufliche Erfahrung haben, als Hebammen.

Der Beruf der Hebamme ist ein sehr verantwortungsvoller medizinischer Hilfsberuf im Krankenhaus, vergleichbar dem Beruf der OP-Schwester. Trotzdem käme niemand auf die Idee, sich von einer OP-Schwester operieren zu lassen. Warum also sollen Hebammen für waghalsige Hausgeburten geringere Haftpflichtprämien bezahlen oder eine höhere Vergütung für gestiegene Haftpflichtprämien kassieren . . .

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Dr. med. Pompilio Torremante,
88416 Ochsenhausen

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