ArchivDeutsches Ärzteblatt42/1997Qualitätssicherung: Niedersachsen plant neue Projekte

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Qualitätssicherung: Niedersachsen plant neue Projekte

Maus, Josef

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LNSLNS Das "Zentrum für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen" (ZQ), eine Einrichtung der Ärztekammer Niedersachsen, und der "Niedersächsische Verein zur Förderung der Qualität im Gesundheitswesen e.V." wollen gemeinsam mit mehreren neuen Projekten eine höhere Versorgungsqualität und Patientenzufriedenheit erreichen. Die Projekte wurden in Hannover vorgestellt.
Um das Qualitätsmanagement in der häuslichen Krankenpflege geht es bei einem auf zwei Jahre angelegten Modellversuch in Zusammenarbeit mit der "Arbeitsgemeinschaft Hauskrankenpflege e.V.". Ziel ist es, pflegebedürftigen Patienten zum richtigen Zeitpunkt eine qualitativ hochwertige und gleichermaßen wirtschaftliche Pflege zu gewährleisten. Ärzte, Angehörige von Pflegeberufen und Kostenträger arbeiten bei diesem Projekt Hand in Hand.
Ziel: Vermeidung
von Dialyse
Vor dem Hintergrund der sprunghaft gestiegenen Zahl von Diabetikern mit Nierenversagen ist das Projekt PROSIT angesiedelt. Anhand eines geeigneten, auf eine gezielte Behandlung ausgerichteten Früherkennungstests soll die für Patienten und deren Angehörige belastende Dialyse für Diabetiker nach Möglichkeit vermieden werden. Das Pilotprojekt begann am 1. Oktober dieses Jahres und führt - nach Angaben der Initiatoren flächendeckend in ganz Niedersachsen - Hausärzte, diabetologische Schwerpunktpraxen und Kliniken bei der Erprobung und eventuellen Anschlußbehandlung zusammen. Ein drittes Projekt ist die Qualitätssicherung in der Kinderorthopädie. Voraussichtlich zehn kinderorthopädische Kliniken in Deutschland wollen daran teilnehmen. Das Ziel lautet: mehr Therapiesicherheit in der Behandlung zum Beispiel kindlicher Fußdeformitäten. Das Zentrum für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen sagt hierzu: "Gerade in diesem Bereich werden einerseits ,unnormale' Fußformen häufig kostenintensiv übertherapiert, während Fußdeformitäten andererseits als erstes Zeichen eines Rückenmarktumors bisweilen ,fehlinterpretiert' werden."
Mukoviszidose: Daten werden ausgewertet
Bereits erfolgreich läuft unterdessen das Projekt "Qualitätssicherung Mukoviszidose" (QMS). Nach Angaben von Prof. Dr. med. Martin Stern, Tübingen, dem Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats im QMS, können inzwischen diagnostische, therapeutische und prognostische Daten von bundesweit 3 645 Patienten in 90 der insgesamt 110 Behandlungseinrichtungen mit dem Ziel einer besseren Ergebnisqualität ausgewertet werden.
Dr. med. Gerd Pommer, Vize-Präsident der Ärztekammer Niedersachsen und Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Qualität im Gesundheitswesen, hält den niedersächsischen Weg für richtungsweisend: "Mit unserem Konzept haben wir bewiesen, daß eine berufsgruppen- und institutionsübergreifende Zusammenarbeit in einer wichtigen gesundheitspolitischen Aufgabe sehr wohl möglich ist." Pommer appellierte in diesem Zusammenhang an die Krankenkassen, sich ebenfalls in dem Förderverein zu engagieren. So sollte die Finanzierung von Qualitätssicherungsmaßnahmen über Spenden- und Fördermittel hinaus auf eine sozialversicherungsrechtliche Grundlage gestellt werden. JM
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