ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2011Börsebius: Bastelarbeiten

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Börsebius: Bastelarbeiten

Dtsch Arztebl 2011; 108(7): A-344 / B-276 / C-276

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Während sich Heerscharen von Anlegern nach wie vor Sorgen um ihre derzeit eingefrorenen offenen Immobilienfonds machen, vor allem über eine mögliche Wiedereröffnung oder eben eine endgültige Schließung (siehe Tabelle), bastelt der Gesetzgeber munter an einem Regelwerk für ein neues Immobilienfonds-Fundament.

Das Ergebnis der Beratungen des Finanzausschusses sickert mittlerweile durch die medialen Ritzen. Für alle Anleger soll es ab 2013 eine einjährige Kündigungsfrist geben, Neuinvestoren jedoch dürften gar zwei Jahre bis zu einem Wiederverkauf warten müssen. Allerdings dürfen Privatleute pro halbes Jahr über 30 000 Euro verfügen. Die Anbieter wiederum müssen ihre Bestände anders als bisher quartalsweise bewerten und dürfen auch nur Kredite in einer bestimmten Höhe (30 Prozent, ab 2014) aufnehmen.

Ob die neuen Regeln helfen werden, der Immobilienfonds-Branche insgesamt wieder auf die Beine zu helfen, bleibt zu hoffen, ist insgesamt aber durchaus fraglich. Erdbebensicher ist das neue Gesetzesvorhaben noch lange nicht. Zu viel Porzellan in Form von Anlegervertrauen wurde bislang zerschlagen.

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Unterdessen gibt die AXA Immoselect, die auch zu den eingefrorenen Fonds zählt, eine drastische Wertminderung ihres Immobilienbestands zu Protokoll,
 genauer gesagt sind es unabhängige Experten gewesen. Vor allem Gebäude in Frankreich, Spanien und Belgien mussten um knapp zehn Prozent heruntergeschrieben werden.

Dabei fällt insgesamt auf, dass vor allem Abwertungen gerade bei den Fonds erfolgen, die derzeit von den Anlegern nicht verkauft werden können. Was ist eigentlich mit den anderen – nicht von einem Stopp betroffenen – Fonds auf dem Markt? Ist dort etwa alles in Butter?

Das ist ungefähr so wie bei Feuerversicherungen für Gebäude. Dort wird kolportiert, versicherte Häuser werden im weltweiten Vergleich statistisch signifikant häufiger ein Raub der Flammen als nichtversicherte Immobilien. Die Parallele zu offenen Immobilienfonds scheint unverkennbar. Komisch, komisch, am Ende wundert sich der verständige Betrachter doch sehr.

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