ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2011Kodierrichtlinien: Ei und Rührei
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Die KBV hat vor etwa zehn Jahren damit begonnen, die Abrechnung von Einzelleistungen, aus denen noch ein Bezug zur entsprechenden diagnostischen oder therapeutischen Leistung zu ersehen war, durch immer mehr pauschalierte Komplexziffern zu ersetzen. Sie hat gewissermaßen aus einem Korb mit Eiern Rührei gemacht. Mit der Einführung der AKR wird nun versucht, aus dem Rührei wieder Eier zu machen, sicher ein schwieriges Vorhaben. Die in Ihrem Artikel wiedergegebene Aussage, mit Hilfe von elf allgemeinen und 61 speziellen Kodierrichtlinien solle den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten die sachlich richtige Verschlüsselung erleichtert (!) werden, dürfte sogar bei der traditionell und berufsbedingt sehr obrigkeitsgläubigen Ärzteschaft auf Skepsis stoßen. Außerdem stellt man bei der Beschäftigung mit der Materie schnell fest, dass man sich nur Nachteile einhandelt, je genauer man sich an die AKR hält, also das Gegenteil einer Win-win-Situation, gewissermaßen eine für unser Gesundheitssystem typische Lose-lose-Situation. Ich habe versuchsweise die in dem Fortbildungsartikel noch gar nicht behandelten speziellen KR in meinem Praxisprogramm scharf geschaltet. Das Ergebnis war absolut katastrophal.

Herr Köhler meint ja, der Weg über die AKR führe (vielleicht) zu mehr Honorar. Ich weiß nicht, ob ihm das jemand glaubt. Ich bin allerdings ziemlich sicher, dass die Einführung der AKR die Krankenkassen lediglich veranlassen wird, den Vorwurf massenhafter Falschabrechnung zu erheben, wie wir das schon im stationären Sektor erleben.

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Dr. med. Hellmut R. Götz, 86157 Augsburg

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