ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2011Psychotherapie: Bedarf an Therapieplätzen wird unterschätzt

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Psychotherapie: Bedarf an Therapieplätzen wird unterschätzt

Bühring, Petra

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Die Wartezeit von psychisch kranken Menschen auf einen Therapieplatz sollte in der Regel drei Wochen nicht überschreiten. Das fordert die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) in ihrer Stellungnahme zu den Eckpunkten des GKV-Versorgungsgesetzes. Zurzeit seien die Wartezeiten meist „inakzeptabel lang“, kritisiert BPtK-Präsident Prof Dr. Rainer Richter. Selbst in noch relativ gut versorgten Großstädten erhielten Patienten erst nach Wochen einen Gesprächstermin. Kleine und mittlere Städte, vor allem aber das Land gelten als „psychotherapeutische Notstandsgebiete“. Auf dem Land gelten nach den Vorgaben der Bedarfsplanung vier Psychotherapeuten je 100 000 Einwohner als ausreichend – ein Zehntel dessen, was in einer Großstadt für notwendig erachtet wird.

„Die aktuelle Bedarfsplanung unterschätzt den Bedarf an Therapieplätzen erheblich“, betont Richter. In Deutschland werden nach Angaben der Kammer jährlich etwa fünf Millionen Menschen schwer psychisch krank und behandlungsbedürftig. Demgegenüber stehen circa 1,5 Millionen Behandlungsplätze ambulant und stationär.

Eine Region gelte als ausreichend versorgt, wenn es in ihr so viele psychotherapeutische Praxen gebe wie am 31. August 1999, als das Psychotherapeutengesetz in Kraft trat. Die BPtK warnt davor, diese Zahlen als Basis für eine künftige sektorübergreifende Planung festzuschreiben. PB

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