ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2011Chronische Schäden unterschätzt
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„Die Übersichtsarbeit „Boxen – akute Komplikationen und Spätfolgen“ liefert wertvolle Beiträge zu den akuten Folgen und der Gefährdung beim Profi- wie Amateurboxen. Dennoch scheint sie mir die chronischen Schäden beim Profiboxen zu unterschätzen. Im Rahmen meiner Dissertation „Die Schizophrenien nach Schädel-Hirn-Trauma“ Bochum 2006 habe ich die Arbeit von Mendez (1995) zitiert, die bei etwa der Hälfte 224 zufällig ausgewählten ehemaligen britischen Profiboxern irgendeine Hirnschädigung fand, auf die es klinisch Hinweise gab, wie dass 40 % an Gleichgewichtsstörungen, Dysarthrie oder einem Alkoholabusus litten. Chronische traumatische Enzephalopathie (CTE) im mittleren oder späten Stadium bestand bei 17 %. 50 bis 60 % der Berufsboxer hatten im CCT cerebrale oder cerebelläre Atrophien oder Ventrikelvergrößerungen, besonders des dritten Ventrikels. Auffallend ist ferner der im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung signifikant höhere Anteil von Boxern mit einem Cavum septi pellucidi (bis 23 % vs. bis 5,4 %). Cordeiro und de Oliveira (2001) bestätigen in einem Literaturreview die Befunde von Mendez (1995).

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0145c

Dr. med. Wolfgang B. Lindemann

Seestraße 21c, 22607 Hamburg

E-Mail: wolfgang.lindemann@ruhr-uni-bochum.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des
International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
Mendez MF: The neuropsychiatric aspects of boxing. Int-J-Psychiatry-Med 1995; 25(3): 249–62. MEDLINE
2.
Cordeiro Q, de Oliveira AM: Sintomas parkinsonianos, cerebelares, psicóticos e demenciais em ex-pugilista. Arq Neuropsiquiatr 2001; 59(2-A): 283–5 MEDLINE
3.
Lindemann W: Die Schizophrenien nach Schädel-Hirn-Trauma und deren neuropathophysiologische Mechanismen. Dissertation Ruhr-Universität-Bochum 2006 (grundsätzlich im online-Dissertationsverzeichnis der Ruhr-Universität zu finden, oder auf meiner Homepage http://www.wolfganglindemann.net/html/dissertation.html)
4.
Förstl H, Haass C, Hemmer B, Meyer B, Halle M: Boxing: acute complications and late sequelae, from concussion to dementia. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(47): 835–9. VOLLTEXT
1.Mendez MF: The neuropsychiatric aspects of boxing. Int-J-Psychiatry-Med 1995; 25(3): 249–62. MEDLINE
2.Cordeiro Q, de Oliveira AM: Sintomas parkinsonianos, cerebelares, psicóticos e demenciais em ex-pugilista. Arq Neuropsiquiatr 2001; 59(2-A): 283–5 MEDLINE
3.Lindemann W: Die Schizophrenien nach Schädel-Hirn-Trauma und deren neuropathophysiologische Mechanismen. Dissertation Ruhr-Universität-Bochum 2006 (grundsätzlich im online-Dissertationsverzeichnis der Ruhr-Universität zu finden, oder auf meiner Homepage http://www.wolfganglindemann.net/html/dissertation.html)
4.Förstl H, Haass C, Hemmer B, Meyer B, Halle M: Boxing: acute complications and late sequelae, from concussion to dementia. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(47): 835–9. VOLLTEXT

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