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Die Zahl von 2,6 % wahrgenommenen Koloskopien in Bezug auf die Anspruchsberechtigen scheint mir zu klein, um verlässliche Hochrechnungen anstellen zu können.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang die Frage, wie viele dieser 2,6 % wirkliche Früherkennungskoloskopien waren und wie viele indizierte Koloskopien sich in der Zahl verbergen. Der Effekt der Maßnahme kann dadurch deutlich überschätzt werden.

Erfahrungsgemäß lassen sich die Patienten sehr viel leichter vom Sinn einer Koloskopie überzeugen, wenn Anhaltspunkte für ein erhöhtes Risiko gegeben sind (Stuhlunregelmäßigkeit, Familienanamnese oder gar ein positiver Test auf okkultes Blut im Stuhl). Könnten daneben nicht auch abrechnungstechnische Verschiebungen eine Rolle spielen, da die Früherkennungskoloskopie extrabugdetär vergütet wird?

So leistet die Früherkennungskoloskopie möglicherweise nicht trotz, sondern wegen der geringen Teilnehmerquote einen eben nur scheinbar „sehr großen Beitrag zur Verhütung und Früherkennung kolorektaler Karzinome in Deutschland“.

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0170c

Dr. med. Markus Hedemann

Am Posthof 1, 31785 Hameln

E-Mail: praxis-posthof@t-online.de

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Brenner H, Altenhofen L, Hoffmeister M: Eight years of colonoscopic bowel cancer screening in Germany: Initial findings and projections, Dtsch Arztebl Int 2010; 107(43): 753–60. VOLLTEXT
1.Brenner H, Altenhofen L, Hoffmeister M: Eight years of colonoscopic bowel cancer screening in Germany: Initial findings and projections, Dtsch Arztebl Int 2010; 107(43): 753–60. VOLLTEXT

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