Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Für das Interesse an unserer Arbeit und die Kommentare möchten wir uns höflich bedanken.

Wir stimmen Herrn Dr. Rothe zu, dass der positive Vorhersagewert und die Numbers needed to Screen weitere sinnvolle Maße darstellen können und im vorliegenden Fall die Bedeutung der Früherkennungskoloskopie weiter unterstreichen.

Die Teilnahmerate haben wir korrekt als jährliche Teilnahmerate dargestellt. Auf deren Basis lassen sich selbstverständlich grobe Hochrechnungen für längere Zeiträume durchführen, die allerdings Unschärfen beinhalten, da es sich, epidemiologisch gesprochen, nicht um eine geschlossene Kohorte handelt. Ob die von Herrn Schuster vorgeschlagene Hochrechnung für 8 Jahre dabei die sinnvollste Variante ist, ist zu diskutieren. Angesichts der für die Früherkennungskoloskopie vorgesehenen 10-Jahres- Screening-Intervalle würde eine Hochrechnung auf 10 Jahre die „Gesamt-Inanspruchnahme“ besser widerspiegeln.

Unsere großen Studien unter den Teilnehmern der Früherkennungskoloskopie, bei denen wir Vorgeschichte und Teilnahmegründe detailliert erheben (1, 2), zeigen, dass die von Herrn Hedemann genannten Gründe der Durchführung von Früherkennungskoloskopien zwar durchaus vorkommen, allerdings nur in einer kleinen Minderheit der Fälle. Und selbst wenn das Angebot der Früherkennungskoloskopie nur dazu führen würde, zusätzliche indizierte Koloskopien durchzuführen, wäre dies durchaus auch ein „Verdienst“ des Früherkennungsangebots.

Herr Wenderlein macht auf einen wichtigen Sachverhalt aufmerksam, die Rolle der Gynäkologen in der Darmkrebsvorsorge. So wird auch ein großer Teil der Tests auf okkultes Blut im Stuhl, für deren Effektivität ungleich höhere Evidenz vorliegt (3) als für die von ihm zitierten rektal-digitalen Untersuchungen, im Zusammenhang mit gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt.

Frau Mühlhauser macht in ihrem Leserbrief auf eine eigene Arbeit aufmerksam, in der Kriterien zur Erstellung von Patienteninformationen zu Krebsfrüherkennungsuntersuchungen behandelt werden. Sie macht diese als Standards für die Kommunikation von Ergebnissen zu Krebsfrüherkennungsuntersuchungen geltend, die sich auch für wissenschaftliche Arbeiten adaptieren ließen. Wir danken für diesen Hinweis, haben uns in der Darstellung der Ergebnisse aber ganz bewusst an den klar definierten Zielen unserer Arbeit sowie an international etablierten Standards für wissenschaftliche Publikationen orientiert. Die von Frau Mühlhauser zusätzlich gewünschten Angaben, die nicht im Fokus der Ziele unserer Arbeit stehen, ließen sich zudem größtenteils nur unter weitreichenden zusätzlichen Annahmen abschätzen, deren eingehende Darstellung und Diskussion im Rahmen der Wortzahllimitationen des Deutschen Ärzteblatts nicht sinnvoll beziehungsweise möglich gewesen wären. Zur Frage der seltenen schwerwiegenden Komplikationen verweisen wir auf die Ausführungen auf Seite 757 unserer Arbeit.

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0172

Prof. Dr. med. Hermann Brenner*

Dr. rer. soc. Lutz Altenhofen

Dr. sc. hum. Michael Hoffmeister

*Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung

Deutsches Krebsforschungszentrum

Bergheimer Straße 20

69115 Heidelberg

E-Mail: h.brenner@dkfz-heidelberg.de

Interessenkonflikt

Alle Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
Hundt S, Haug U, Brenner H: Comparative evaluation of immunochemical fecal occult blood tests for colorectal adenoma detection. Ann Intern Med 2009;150:162–9. MEDLINE
2.
Brenner H, Tao S, Haug U: Low-dose aspirin use and performance of immunochemical fecal occult blood tests. JAMA 2010; 304: 2513–20. MEDLINE
3.
Hewitson P, Glasziou P, Watson E, Towler B, Irwig L: Cochrane systematic review of colorectal cancer screening using the fecal occult blood test (hemoccult): an update. Am J Gastroenterol. 2008; 103: 1541–9. MEDLINE
4.
Brenner H, Altenhofen L, Hoffmeister M: Eight years of colonoscopic bowel cancer screening in Germany: Initial findings and projections, Dtsch Arztebl Int 2010; 107(43): 753–60. VOLLTEXT
1.Hundt S, Haug U, Brenner H: Comparative evaluation of immunochemical fecal occult blood tests for colorectal adenoma detection. Ann Intern Med 2009;150:162–9. MEDLINE
2.Brenner H, Tao S, Haug U: Low-dose aspirin use and performance of immunochemical fecal occult blood tests. JAMA 2010; 304: 2513–20. MEDLINE
3.Hewitson P, Glasziou P, Watson E, Towler B, Irwig L: Cochrane systematic review of colorectal cancer screening using the fecal occult blood test (hemoccult): an update. Am J Gastroenterol. 2008; 103: 1541–9. MEDLINE
4.Brenner H, Altenhofen L, Hoffmeister M: Eight years of colonoscopic bowel cancer screening in Germany: Initial findings and projections, Dtsch Arztebl Int 2010; 107(43): 753–60. VOLLTEXT

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote