MEDIZIN: Statistik-Quiz

Simpson-Paradoxon

Dtsch Arztebl Int 2011; 108(10): 162

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Herr Jürgen Neunmalklug führt eine Studie zum Thema „Benachteiligung bei Terminvergaben in deutschen Arztpraxen“ durch. Er untersucht bei 204 deutschen Arztpraxen, ob bezüglich einer raschen, zeitnahen Terminvergabe Patienten in Hinblick auf ein bestimmtes Merkmal (beispielsweise die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe) ungleich behandelt werden. Dazu betrachtet er ein Merkmal mit den Ausprägungen A und B, und möchte nachweisen, dass Patienten mit Ausprägung A gegenüber Menschen mit Ausprägung B von den Arztpraxen benachteiligt werden. In die Untersuchung flossen 1 402 Patienten mit Ausprägung A ein, die in einem bestimmten Zeitraum um einen Arzttermin baten, und zum Vergleich wurden 1 402 Patienten mit Ausprägung B aus dem gleichen Zeitraum ausgewählt.

Herr Neunmalklug findet heraus, dass 77 % der Patienten mit Ausprägung B einen raschen Arzttermin erhielten, aber nur 45 % der Patienten mit Ausprägung A. Auch mit einem Chi-Quadrat-Test für 4-Felder-Tafeln zeigt Herr Neumalklug, dass die Unterschiede signifikant sind.

Auf Anfrage schwören aber alle 204 Arztpraxen, dass eine Benachteiligung nicht stattfindet, und das Merkmal weder bewusst noch unbewusst einen Einfluss auf die Terminvergabe hat.

Herr Neunmalklug stellt dieser Behauptung aber seine Zahlen entgegen.

Frage:

Hat Herr Neunmalklug mit seinen Zahlen den im Raum stehenden Vorwurf der Benachteiligung in den Arztpraxen eindeutig belegt?

a) ja

b) nein

Die Quiz-Fragen wurden vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Mainz, entwickelt.



Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema