ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2011Zwangsstörung im Kindes- und Jugendalter

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Zwangsstörung im Kindes- und Jugendalter

Obsessive-Compulsive Disorder in Children and Adolescents

Dtsch Arztebl Int 2011; 108(11): 173-9; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0173

Walitza, Susanne; Melfsen, Siebke; Jans, Thomas; Zellmann, Henrike; Wewetzer, Christoph; Warnke, Andreas

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Hintergrund: Zwangsstörungen mit frühem Beginn zählen mit einer Prävalenz von durchschnittlich 1 bis 3 % zu den häufigen psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die Symptomatik führt oft zu einer schweren Beeinträchtigung des Patienten und zu familiären Konflikten. Die Arbeit gibt eine Übersicht über Symptomatik, Komorbidität, Erklärungsansätze, Verlauf sowie zu den diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.

Methode: Selektive Literaturrecherche und Berücksichtigung der deutschsprachigen kinder- und jugendpsychiatrischen Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen.

Ergebnisse: Die Ausformung der Zwangssymptomatik ist vielfältig und beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen. Komorbiditäten treten bei bis zu 70 % der Betroffenen auf. Bei mehr als 40 % der Patienten scheint der Verlauf der Erkrankung chronisch zu sein. Kognitiv behaviorale Therapie ist die Therapie der ersten Wahl, gefolgt von einer Kombinationstherapie mit SSRIs und einer alleinigen Therapie mit SSRIs.

Schlussfolgerung: Zwangsstörungen beginnen oft im Kindes- und Jugendalter. Die neurobiologischen und psychogen-kognitiven Modelle, mit denen sich Zwangsstörungen erklären lassen, sind empirisch begründet. Mit Hilfe der multiaxialen Diagnostik ist eine Früherkennung möglich. Trotz der hohen Effektivität verhaltenstherapeutischer und pharmakologischer Behandlungen gestaltet sich der Langzeitverlauf der Störung bei einem bedeutsamen Anteil der Betroffenen chronisch.

LNSLNS

Die Zwangsstörung ist auch im Kindes- und Jugendalter häufig. Als Störungsbild beeinträchtigt sie die Lebensqualität der betroffenen Kinder. Oftmals wird sie jedoch erst spät erkannt. Die vorliegende Übersichtsarbeit stützt sich auf eine selektive Literaturrecherche von Pubmed und berücksichtigt die deutschsprachigen Leitlinien für Diagnostik und Therapie der Zwangsstörung (1). Die Arbeit gibt eine Übersicht über Symptomatik, Komorbidität und den Verlauf von Zwangsstörungen mit frühem Beginn. Erklärungsansätze sowie diagnostische und therapeutische Möglichkeiten werden zusammengefasst.

Definition/Symptomatik

Zwangsstörungen sind komplexe Störungsbilder mit vielfältigen Erscheinungsformen. Entscheidend für die Diagnose ist nach ICD-10 (Kasten 1 gif ppt) bei Kindern und Jugendlichen wie auch bei Erwachsenen, dass

  • Zwänge als eigene Gedanken oder Impulse für den Patienten erkennbar sein müssen
  • wenigstens gegenüber einem dieser Zwänge Widerstand geleistet wird
  • die Zwangssymptome nicht an sich als entspannend erlebt werden
  • die Zwänge sich in einer unangenehmen Weise wiederholen und die Patienten deutlich beeinträchtigt sind.

Nach dem Statistischen Manual für Psychische Störungen (DSM-IV) kann bei Kindern sowohl die Einsicht in die Unsinnigkeit als auch der Widerstand gegen die Symptomatik fehlen (2). Für DSM-V ist beabsichtigt, eine Einteilung je nach vorhandener Einsicht und wahnhaften Zügen der Zwänge vorzunehmen. Bei Kindern und Jugendlichen treten häufig verschiedene Zwangssymptome gleichzeitig auf. In einer Studie von Geller et al. waren Reinigungszwänge (zwischen 32–87 %) gefolgt von Wiederholungs-, Kontrollzwängen und aggressiven Zwangsgedanken am häufigsten (3). In Studien der Autoren überwogen Reinigungs- (60 %) sowie Kontrollzwänge (40 %) (4). Inhaltlich beziehen sich Zwangsgedanken häufig auf Kontaminationen (Schmutz, Krankheitserreger), Aggression, Symmetrie und Genauigkeit, religiöse und sexuelle Themen, wobei Mischformen häufig sind (4). Leckman et al. ermittelten mittels symptomorientierten Checklisten (Y-BOCS) bei Erwachsenen Symptomdimensionen (Reinigen, Kontrollieren, Symmetrie/Ordnen sowie Sammeln/Horten), die mittlerweile von einer Reihe Autoren bestätigt wurden (57). Die Stabilität dieser Symptomdimensionen ist groß (8).

Epidemiologie

Die Prävalenz beträgt im Kindes- und Jugendalter etwa 1–3 % (9, 10). Nach der „Comorbidity Survey Replication“ von Kessler und Kollegen hatten etwa 20 % aller Betroffenen die Zwangsstörungen schon bis zum Alter von 10 Jahren entwickelt (11, 12). Delorme et al. gehen von einer bimodalen Verteilung aus, mit einem Gipfel im 11. Lebensjahr und einem zweiten Maximum im frühen Erwachsenenalter (13). Es gibt Hinweise darauf, dass im Kindesalter Jungen etwas häufiger betroffen sind als Mädchen (3:2), wobei dies nicht in allen Untersuchungskollektiven der Fall war (14, 15). Ab dem Jugendalter finden sich keine bedeutsamen Geschlechtsunterschiede mehr.

Diagnose/Differenzialdiagnose

Zwangsstörungen können auch im Kindes- und Jugendalter häufig längere Zeit übersehen oder auch verheimlicht werden. In unseren eigenen Untersuchungen erfolgte die erste Behandlung mit durchschnittlich 13 Jahren und somit im Mittel zwei Jahre nach Beginn der Symptomatik (16). Anamnestisch und exploratorisch sind die Kernsymptome, Komorbiditäten und psychosozialen Beeinträchtigungen im Lebens- und Krankheitsverlauf zu eruieren. Im Rahmen der allgemein notwendigen multiaxialen psychiatrischen Diagnostik stehen für die zwangspezifische Symptomerfassung standardisierte psychodiagnostische Verfahren zur Verfügung (1) (Kasten 2 gif ppt).

Die Verhaltensanalyse zur Therapieplanung und -durchführung umfasst:

  • Erscheinungsbild des Zwangs und Schweregrad
  • interne und externe Auslöser
  • Befürchtungen, Erwartungen, was passieren würde, wenn die Zwangsrituale nicht ausgeführt würden
  • Möglichkeiten der Abwehr (mit welchen Verhaltensweisen kann sich der Patient bereits selbst behelfen?)
  • Reaktionsweisen der (familiären) Bezugspersonen (Involvierung; protektive Ressourcen und verstärkende Einflüsse).

Differenzialdiagnostisch sind verschiedene Abgrenzungen vorzunehmen (Kasten 3 gif ppt).

Komorbidität

Angaben zur Komorbidität schwanken zwischen 68 % bis 100 %, damit sind komorbide Störungen nicht die Ausnahme, sondern die Regel (4). Im Vordergrund stehen Angststörungen, depressive Störungen, Ticstörungen, Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS), mit zunehmendem Alter auch Persönlichkeitsstörungen. Neuere Studien berichten höhere Raten an externalisierenden Verhaltensstörungen (ADHS, Störungen des Sozialverhaltens) (17, 18). Je schwergradiger die Zwangserkrankung, umso wahrscheinlicher sind Komorbiditäten (4, 19, 20).

Verlauf von Zwangsstörungen mit frühem Beginn

Verlaufsstudien belegen eine häufige Chronifizierung. Stewart et al. beschrieben in einer Metaanalyse zum Langzeitverlauf von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter (N = 521 Patienten) eine mittlere Persistenzrate von 41 % für das Vollbild und von 60 % bei Berücksichtigung subklinisch ausgeprägter Zwangsstörungen (21). In diese Metaanalyse wurden vor allem amerikanische Studien eingeschlossen. Bislang liegen aus Europa eine dänische retrospektive Verlaufsstudie von Thomsen et al. und eine Würzburger Studie von Wewetzer et al. vor (22, 23). In der dänischen Studie waren von 47 Patienten nach durchschnittlich 15 Jahren nur 27,7 % der Teilnehmer bezüglich der Zwangssymptomatik remittiert (22). Die Studie von Wewetzer et al. fand vergleichbare Ergebnisse nach einer Nachuntersuchung von mehr als 11 Jahren (23). Hier litten noch 70 % der ehemaligen Patienten an psychiatrischen Störungen, davon etwa 36 % an persistierenden Zwangsstörungen. Eine aktuelle Würzburger Studie, die erstmals prospektiv den Verlauf von Zwangsstörungen (Beginn mit durchschnittlich 11,3 Jahren) nach knapp sechs Jahren untersuchen konnte, ergab nahezu identische Ergebnisse (24, 25). In beiden Würzburger Untersuchungen hatte sich jedoch der Schweregrad (ermittelt mit der Y-BOCS) direkt nach der Therapie sowie zum Follow-up-Zeitpunkt jeweils signifikant reduziert (23, 24).

In einer aktuellen prospektiven Studie führte ein komorbid vorhandenes ADHS zu einer stärkeren Ausprägung der Zwangsstörung und einem ungünstigeren Verlauf (20). Die wenigen Verlaufsanalysen zu Zwangsstörungen mit Beginn im Kindes- und Jugendalter zeigen, dass die schwerwiegendsten Anpassungsprobleme vor allem in Bereichen der sozialen Integration, der altersgemäßen Verselbstständigung von der Herkunftsfamilie und der Partnerschaft auftraten (25, e1, e2). Prognostisch günstig erwiesen sich ein früher Behandlungsbeginn und die Fortsetzung einer begonnenen Therapie (20, 25). Der Früherkennung einer Zwangsstörung kommt daher eine besondere Bedeutung zu, da sie den aktuellen Leidensdruck reduzieren, aber auch die Prognose verbessern kann (Kasten 3).

Ätiologie

Hinsichtlich der Ursachen des Störungsbildes existieren sowohl neurobiologische wie auch metakognitiv-behaviorale Befunde und Modelle.

Neurobiologische Ansätze

Das Erkrankungsrisiko für erstgradig Verwandte von Kindern und Jugendlichen mit Zwangsstörungen ist 3- bis 12-mal höher als in der Allgemeinbevölkerung. Je früher der Erkrankungsbeginn ist, desto häufiger sind auch erstgradig Verwandte betroffen (e3). Auch Zwillingsstudien zeigen eine relativ hohe Heritabilität für Zwangssymptome bei Kindern (0,45 bis 0,65 %) im Vergleich zu Erwachsenen (0,27 bis 0,47 %) (e4). Studien verweisen demnach auf einen starken Einfluss genetischer Faktoren bei Zwangsstörungen mit frühem Beginn (e3). Je später der Erkrankungsbeginn, umso mehr Gewicht erhalten hingegen Umweltbedingungen und Traumata. Gemeinsam mit neuropsychologischen Befunden, die auf exekutive Dysfunktionen hinweisen (zum Beispiel Defizite bei Reaktionsunterdrückung und Planungsaufgaben), sprechen die bildgebenden Befunde für eine Dysfunktion in der Informationsverarbeitung innerhalb kortiko-striato-thalamo-kortikaler Kreisläufe. Auch Befunde der tiefen Hirnstimulation („deep brain stimulation“, [DBS]) bestärken diese Annahme (e5).

Zwangssymptome durch Infektionen

Zwangssymptome, die in engem Zusammenhang mit Infektionen durch beta-hämolysierende Streptokokken auftreten, werden unter der Gruppe PANDAS (pediatric autoimmune neuropsychiatric disorders associated with streptococcal infections) beschrieben. Die Ursache scheint eine Kreuzreaktion von primär gegen beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A gerichteten Antikörper gegen Basalganglien zu sein. Die Prävalenz ist unbekannt (e6). Die Symptome beginnen plötzlich, oft sehr ausgeprägt und bilden sich zwischen den Episoden wieder zurück. Snider und Kollegen zeigten erstmals die Wirksamkeit einer antibiotischen Prophylaxe (e7, e8), die jedoch im klinischen Alltag keinen Einzug gefunden hat.

Ursache dysfunktionaler Interpretationsmuster

Entsprechend metakognitiv-behavioraler Befunde und Modelle liegen den Zwangsstörungen dysfunktionale Interpretationsmuster zugrunde, die Patienten als Reaktion auf eigentlich normale aufdringliche negative Gedanken zeigen (e9). Dysfunktionale Interpretationsmuster (e9, e10) führen zum Beispiel zu einer verstärkten Wahrnehmung von Gefahr und persönlicher Verantwortung und zu dem Drang, die als quälend erlebten Gedanken durch Vermeidungsverhalten zu beenden. Der Versuch, die aufdringlichen Gedanken nicht zu denken oder zu unterdrücken, hat aber einen gegenteiligen Effekt, er erhöht die Beschäftigung mit den aufdringlichen Gedanken. Kurzfristig erlebte Erleichterung verstärkt das Verhalten, die Gedanken werden als noch wichtiger angesehen, was zu einer weiteren Stabilisierung der ständigen Beschäftigung mit dem Gedanken führt. Der Betroffene ist in einem Teufelskreis aus aufdringlichen Gedanken und Widerstandsversuchen (auch sogenanntes Neutralisieren zum Beispiel mit Zwangshandlungen) gefangen. Das kognitive Modell ist bei Minderjährigen weniger differenziert untersucht als bei Erwachsenen.

In das Zwangsverhalten betroffener Kinder sind Bezugspersonen, meist insbesondere die Eltern, sehr oft einbezogen, zum Beispiel indem sie Fragen bei einem Frage- und Kontrollzwang beantworten, Waschzwängen unbegrenzt Raum geben, auch um aggressiven Reaktionen des Kindes, die bei erzieherischem Versuch der Unterbindung der Zwangshandlung aufbrechen, aus dem Weg zu gehen. Ungewollt erhalten sie damit den Teufelskreis aufrecht.

Psychotherapie

Ergebnisse einer Metaanalyse, in die alle bisherigen „randomized controlled trials“ (RCTs) und auch offene Studien zu CBT einbezogen wurden (e11), verweisen auf eine hohe Effektivität kognitiv-behavioraler Interventionen (mittlere Effektstärke: 1,55). Die mittlere Effektstärke individueller CBT lag dabei ähnlich hoch wie diejenige von CBT mit stärkerem Einbezug der Familie (1,77 und 1,88). Eine besondere Bedeutung kommt der Exposition mit Reaktionsverhinderung (Behavioral Therapy, BT) zu, die sich als sehr wirksam erwiesen hat. Hierbei setzt sich der Patient Angst auslösenden Situationen und Zwangsgedanken aus. Ein Ausweichen oder aktives Vermeiden durch neutralisierende Zwangshandlungen wird verhindert. Der Patient lernt, dass die ausgelösten unangenehmen emotionalen Reaktionen zunehmend schwächer werden und auch ohne Zwangshandlungen bewältigt werden können. Zu bevorzugen ist die Exposition in der Realität, bei einigen Zwangsformen sind zusätzliche Imaginationsübungen erforderlich. Begonnen werden sollte in der Regel mit einer mittelschweren Situation, damit Vermeidungsverhalten nicht gefördert wird. Bei der Auswahl der Anfangssituation ist es wichtig, darauf zu achten, dass sie gut kontrollierbar und im bereits vertrauten und damit Sicherheit bietendem Therapieraum durchführbar ist. Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl einer Situation ist die praktische Relevanz, die sie für den Patienten besitzt. Ein vorsichtiges stufenweises Vorgehen ist genau so wirksam wie ein rasch konfrontatives Vorgehen. Kinder und Jugendliche entscheiden sich in der Regel für das weniger belastende, etwas länger dauernde graduierte Vorgehen, bei dem der Schwierigkeitsgrad der Auslöser allmählich gesteigert wird. Ziel ist ein deutliches Nachlassen der Unruhe oder Anspannung auf ein so weit reduziertes Maß, mit dem die Kinder und Jugendlichen zu Recht kommen, sodass der Zwang unterbleiben kann. Eine Generalisierung der Fortschritte auf den Lebensalltag wird im Weiteren angestrebt. Die Einbeziehung der Eltern im Rahmen der Psychoedukation ist grundsätzlich notwendig.

Auch bei reinen Zwangsgedanken ist eine Exposition möglich. Bedeutsam ist hierbei die Unterscheidung zwischen aufdringlichen Zwangsgedanken und den Neutralisierungsgedanken. Ziel der Exposition ist es, die aufdringlichen Zwangsgedanken zu provozieren, etwa durch externe Stimuli, die mit den Gedanken verbunden sind, oder indem sie auf einen Tonträger aufgesprochen und anschließend abgehört werden. Die Neutralisierungsgedanken müssen in der Exposition unterlassen werden, zum Beispiel durch eine konstante Exposition, so dass die Patienten nicht zur „Neutralisierung“ kommen. Der Beziehungsgestaltung, Klärung von Motivation und Therapiezielen sowie der Berücksichtigung der Funktionalität von Zwängen kommt in der kognitiven Verhaltenstherapie (kognitiv behaviorale Methoden, CBT) eine besondere Bedeutung zu. Therapieerfolge der Verhaltenstherapie scheinen auch längerfristig stabil zu sein. Im 3-Jahres Follow-up zeigte sich sogar eine weitere leichte Symptomreduktion (e12).

Pharmakotherapie

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) sind im Kindes- und Jugendalter aufgrund ihrer hohen Effektivität und guten Verträglichkeit Medikamente der ersten Wahl. In einer Metaanalyse von Geller et al. wurden 12 randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte und substanzvergleichende Studien zur Wirkung von SSRIs und Clomipramin bei 1 044 Kindern und Jugendlichen berücksichtigt (e13). Errechnet wurde eine gepoolte Effektstärke von 0,46 für die Wirkung von SSRIs und Clomipramin (trizyklisches Antidepressivum) im Vergleich zu Placebo. Der Unterschied zu Placebo war damit zwar hochsignifikant, die Effektstärke für die Medikation jedoch durchschnittlich nur mittelgradig und im Vergleich zur Verhaltenstherapie niedriger ausgeprägt. Spätere Studien fanden höhere Effektstärken nicht nur für Verhaltenstherapie, sondern auch für Medikation. Wie bei erwachsenen Patienten mit Zwangsstörungen zeigte sich Clomipramin am effektivsten. Clomipramin ist in Deutschland ab dem Alter von fünf Jahren zur Behandlung der Enuresis, nicht jedoch für Zwangsstörungen, zugelassen. Unter den SSRIs ist Fluvoxamin ab dem Alter von acht Jahren zur Behandlung von Zwangsstörungen zugelassen. Die SSRIs wiesen untereinander keine Unterschiede in ihrer symptomreduzierenden Wirksamkeit auf. Die Dosierungsempfehlungen entsprechen weitgehend denen des Erwachsenenalters, die höher sind als zum Beispiel in der Behandlung von depressiven Störungen (weiterführend Gerlach et al., 2009) (e14). Bei Kindern empfehlen die Autoren des Beitrags jedoch ein therapeutisches Drug monitoring. Obwohl Clomipramin vergleichsweise gut wirksam ist, sollte es aufgrund des Nebenwirkungsspektrums nur als dritte Wahl eingesetzt werden. Mit einem Wirkungseintritt von SSRIs und Clomipramin ist erst nach vier bis zehn Wochen zu rechnen und die Beurteilung des therapeutischen Effekts sollte nicht vor dem Ablauf von acht bis zwölf Wochen erfolgen. Bei fehlendem Ansprechen auf ein SSRI sollte zunächst auf ein anderes SSRI umgestellt werden. Sollte ein zweites SSRI keine Symptomreduktion bewirken, so kommt die zusätzliche Verabreichung eines atypischen Neuroleptikums insbesondere bei komorbider Ticstörung in Frage. Bei dem Wechsel des Wirkstoffes oder auch bei Kombinationstherapien ist zu berücksichtigen, dass sich die verschiedenen SSRIs in Bezug auf die Pharmakokinetik deutlich unterscheiden (e15). Die Dauer der Pharmakotherapie ist längerfristig zu planen. Ein Absetzversuch sollte immer sehr langsam durchgeführt werden und ist auch bei guter Symptomreduktion nicht vor Ablauf von sechs Monaten sinnvoll. Studienvergleiche der Wirkungen von kognitiv-behavioraler Therapie, Medikation und Kombinationstherapie im Vergleich zu Placebo zeigen die Überlegenheit der verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, deren Wirkung jedoch durch Medikation noch verbessert werden konnten [zum Beispiel Pediatric OCD Treatment Study, POTS, (2004) (e16)].

Therapieempfehlung und Ausblick

In der Cochrane-Analyse von acht Studien mit 343 Kindern und Jugendlichen mit Zwangsstörungen wurden behaviorale Therapien (BT mit Exposition) und kognitive behaviorale Therapien (CBT mit Exposition und kognitiven Elementen) zusammengefasst (e17). Eine getrennte Analyse war nicht möglich und beide Therapieformen wurden mit Medikation und Kombinationstherapie verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass Verhaltenstherapie (BT/CBT) genauso effektiv ist wie Medikation mit SSRIs alleine. Es besteht eine limitierte Evidenz, dass die Kombination von BT/CBT und Medikation besser wirkt als Medikation alleine. Die Rate der Therapieaussteiger war bei Verhaltenstherapie geringer als bei Medikation. Nach der Zusammenfassung von Cochrane kann keine Empfehlung für die Reihenfolge der Therapie (BT/CBT oder Medikation) gegeben werden. Aufgrund der guten und langfristigen Wirksamkeit von verhaltenstherapeutischen Methoden empfehlen die Leitlinien den Beginn einer Behandlung von Zwangsstörungen im Kindesalter mit verhaltenstherapeutischen Methoden. Bei sehr chronischen Verläufen mit Therapieresistenz bis in das höhere Erwachsenenalter hat sich in Studien auch die Tiefe Hirnstimulation bei Erwachsenen als wirksam gezeigt. Dies ist für das Kindes- und Jugendalter derzeit kein Thema. Die Langzeitverläufe zeigen jedoch, dass für die besonders lang und schwer erkrankten Patienten weitere Therapieoptionen wünschenswert sind.

Fazit

Zwangsstörungen sind auch bei Kindern und Jugendlichen häufig, werden aber oft spät erkannt. Standardisierte Diagnoseverfahren stehen zur Verfügung. Auf Komorbiditäten ist zu achten. Therapeutisch wirksam sind verhaltenstherapeutische Methoden, zum Beispiel Exposition mit Reaktionsverhinderung oder eine Kombination dieser Methoden mit SSRIs. Die Befunde der Autoren verweisen auf die hohe Bedeutung einer frühen Behandlung der Zwangsstörung. Aufgrund der Chronifizierungsneigung erscheint eine zumindest niederfrequente Psychotherapie oder Kombinationstherapie nach Abschluss der intensiven Behandlungsphase unabhängig vom initialen Therapieerfolg angezeigt.

Interessenkonflikt
Prof. Walitza erhielt Honorare für Vortragstätigkeiten von Janssen Cilag und AstraZeneca.

Prof. Warnke unterhält Forschungs- und Vortragskooperation mit Medice, Novartis, Lilly, Janssen-Cilag, AstraZeneca und Shire.

PD Melfsen, Dr. Zellmann, Dr. Jans und Prof. Wewetzer erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 3. 12. 2009, revidierte Fassung angenommen: 16. 6. 2010

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Susanne Walitza
Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Universität Zürich
Neumünsterallee 9
8032 Zürich, Schweiz
E-Mail: susanne.walitza@kjpdzh.ch

Summary

Obsessive-Compulsive Disorder in Children and Adolescents

Background: Early-onset obsessive-compulsive disorder (OCD) is one of the more common mental illnesses of children and adolescents, with prevalence of 1 to 3%. Its manifestations often lead to severe impairment and to conflict in the family. In this review, we summarize the manifestations, comorbidity, pathophysiology, and course of this disease as well as current modes of diagnosis and treatment.

Methods: We selectively review the relevant literature and the German-language guidelines for the diagnosis and treatment of mental illnesses in children and adolescents.

Results: Obsessive-compulsive manifestations are of many types and cause severe impairment. Comorbid mental disturbances are present in as many as 70% of patients. The disease takes a chronic course in more than 40% of patients. Cognitive behavioral therapy is the treatment of first choice, followed by combination pharmacotherapy including selective serotonin reuptake inhibitors (SSRI) and then by SSRI alone.

Conclusion: OCD often begins in childhood or adolescence. There are empirically based neurobiological and coognitive-behavioral models of its pathophysiology. Multiaxial diagnostic evaluation permits early diagnosis. Behavioral therapy and medications are highly effective treatments, but the disorder nonetheless takes a chronic course in a large percentage of patients.

Zitierweise
Walitza S, Melfsen S, Jans T, Zellmann H, Wewetzer C, Warnke A: Obsessive-compulsive disorder in children and adolescents. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(11): 173–9. DOI: 10.3238/arztebl.2011.0173

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit1111

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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