Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Prinzipiell ist die Funduskopie eine faszinierende Methode visuell in vivo intrakranielle Gefäße auf das Vorliegen hypertoner Veränderungen zu untersuchen. Zu Recht weisen die Autoren jedoch darauf hin, dass rein vaskuläre Veränderungen (Stadium I und II des sogenannten Fundus hypertonicus) wenig Aussagekraft besitzen. Hier ist der Überlappungsbereich mit „normalen“ (zum Beispiel altersbedingten) Gefäßveränderungen zu groß, als dass der Augenarzt einen Beitrag zur Risikoabschätzung beim individuellen Patienten leisten könnte. Bei Vorliegen der parenchymatösen Veränderungen des Stadiums III und IV weiß der behandelnde Allgemeinarzt/Internist ohnehin, dass eine dringende Therapienotwendigkeit vorliegt. Auch hier kann der Augenarzt keinen wesentlichen Zusatznutzen entfalten.

Der Beitrag von Prof. Schmieder erweckt jedoch den Eindruck, dass es mit neueren computergestützten Methoden der Gefäßanalyse am Augenhintergrund besser möglich sei, das individuelle Risiko des Patienten vorherzusagen, hypertone Komplikationen zu entwickeln. Dieser Eindruck wird auch bei manchen IGeL-Angeboten geweckt. Eine aktuelle Literaturübersicht stützt diese Einschätzung nicht (1). Sie kommt vielmehr zu der Einschätzung: „Die weniger ausgeprägten Gefäßveränderungen können – computerunterstützt vermessen – heute (noch) wenig zusätzlich zur internistischen Risikoprädiktion beitragen.“

DOI: 10.3238/arztebl.2011.0187a

Dr. med. Thomas Schneider

Weilheimer Straße 37

82418 Murnau

E-Mail: th-schneider@email.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

1.
Wolf A, Kernt M, Kampik A, Neubauer AS: Systemische kardiovaskuläre Risikoabschätzung. Klassisch oder fundusbasiert? Ophthalmologe 2010; 107: 814–20. MEDLINE
2.
Schmieder RE: Endorgan damage in hypertension. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(49): 866–73. VOLLTEXT
1.Wolf A, Kernt M, Kampik A, Neubauer AS: Systemische kardiovaskuläre Risikoabschätzung. Klassisch oder fundusbasiert? Ophthalmologe 2010; 107: 814–20. MEDLINE
2.Schmieder RE: Endorgan damage in hypertension. Dtsch Arztebl Int 2010; 107(49): 866–73. VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote