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LNSLNS Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Rudolf W. J. Gross, em. Ordinarius für Innere Medizin an der Universität zu Köln, wurde am 1. Oktober 80 Jahre alt.
Rudolf Gross, in Stuttgart geboren, studierte Medizin in München, Freiburg und Straßburg, wo er 1944 das Staatsexamen absolvierte und zum Dr. med. promoviert wurde. Nach Einsatz als Truppenarzt und in Kriegsgefangenenlazaretten trat er 1946 in die Medizinische Universitätsklinik Tübingen ein, 1950 wechselte er mit seinem klinischen Lehrer, Hans Erhard Bock, an die Universitätsklinik Marburg, wo er 1957 zum Oberarzt ernannt wurde.
1954 habilitierte sich Gross an der Universität Marburg und wurde 1960 zum außerplanmäßigen Professor für Innere Medizin ernannt. 1964 wurde Prof. Gross auf den Lehrstuhl für Innere Medizin der Universität zu Köln berufen, wo er bis Ende 1982 tätig war.
Schon früh galt das Interesse von Gross besonders der Hämatologie und der hämatologischen Onkologie. Dieses Interessengebiet war auch Gegenstand seiner Habilitationsschrift über "Biologie und Regulation der eosinophilen Granulozyten". Gross hat mehr als 30 Fachbücher, zum größten Teil im Gebiet der Inneren Medizin, veröffentlicht. Bei weit mehr als 400 wissenschaftlichen Publikationen im In- und Ausland war er Autor beziehungsweise Mitverfasser und Mitherausgeber. Ungezählt sind seine vielbeachteten Vorträge, denn er war und ist ein viel gesuchter Referent und Redner bei wissenschaftlichen Gesellschaften, Symposien und auf Fortbildungsveranstaltungen.
In Anerkennung seiner Leistungen und seines wissenschaftlichen Impetus wurden Prof. Rudolf Gross zahlreiche Ehrungen zuteil, von Akademien, Fachgesellschaften und Vereinigungen aus dem In- und Ausland. So ist er Mitglied der Akademie Leopoldina der Naturforscher in Halle, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied im Internationalen Komitee für Haemostase und Thrombose, Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. In Anerkennung seiner besonderen Verdienste auf dem Gebiet der Krebsforschung erhielt er den Warner-Preis und den Emil-Salzer-Preis für Leistungen auf dem Gebiet der chemisch-physikalisch-biologischen Krebsforschung (1981). Im Jahr 1989 erhielt Prof. Gross die GüntherBudelmann-Medaille des Berufsverbandes Deutscher Internisten.
Auch war er wiederholt Tagungspräsident und Kongreßleiter. Für ihn war ein Kulminationspunkt seiner medizinisch-wissenschaftlichen Laufbahn die Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Seine anläßlich des Internistenkongresses 1978 gehaltene Eröffnungsrede, in der er in seiner ihm eigenen Darstellungskunst das Thema "Arzt im Spannungsfeld zwischen Natur und Technik" abhandelte, ist auch heute noch unverändert richtungweisend. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin ehrte und dankte dem großen Kliniker und Forscher für seine Leistungen durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft. 1985 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Die deutsche Ärzteschaft ehrte ihn 1988 mit der Verleihung der Paracelsus-Medaille anläßlich des 91. Deutschen Ärztetages in Frankfurt. Ebenfalls 1988 wurde Gross mit der Ehrendoktorwürde der Universität Marburg (Dr. med. h. c.) ausgezeichnet.
Neuere Veröffentlichungen von Prof. Gross befassen sich mit den Beziehungen der Medizin zu philosophischen, logischen und erkenntniskritischen Problemen. Gross gehört zu den Wissenschaftlern und Ärzten, die in universeller Weise die Medizin erfassen und in einen größeren gesellschaftspolitischen und geistigen Zusammenhang stellen. Prof. Gross hat sich selbst ein Geburtstagsgeschenk gemacht: Erst vor wenigen Wochen erschien sein Werk "Prinzipien der Medizin". Er ist Autor und Mitherausgeber des meist genutzten umfangreichen Lehrbuches "Die Innere Medizin". Prof. Gross war für die Innere Medizin prägend. Inzwischen haben zahlreiche seiner Schüler Lehrstühle an Universitäten und Hochschulen inne oder sind in leitender Funktion in Krankenhäusern tätig.
Nach seiner Emeritierung widmete sich Rudolf Gross mit ganzer Kraft der Medizinisch-Wissenschaftlichen Redaktion des Deutschen Ärzteblattes, deren Leitung er bereits im Herbst 1980 übernommen hatte. Er widmete sich dieser Aufgabe als Nachfolger von Carl Erich Alken mit der ihm eigenen Zielstrebigkeit, mit Vehemenz und großer Umsicht. Durch seine wissenschaftliche Gesamtschau (Gross ist ein philosophischer Generalist), durch Lebendigkeit und Aktualität hat er dort die unterschiedlichen Ansprüche der Ärzte aus Klinik und Praxis an den medizinisch-wissenschaftlichen Teil des Deutschen Ärzteblattes ausbalanciert. Zahlreiche richtungweisende Aufsätze, publiziert im Deutschen Ärzteblatt, stammen aus seiner Feder. Gross war bis Ende 1988 Leiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen Redaktion des Deutschen Ärzteblattes. Bis heute ist er der Redaktion als Ratgeber (und Rezensent) verbunden. Wir danken ihm! DÄ


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