ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2011Influenza: Grippewelle flaut ab, aber viele Beatmungsfälle

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Influenza: Grippewelle flaut ab, aber viele Beatmungsfälle

Zylka-Menhorn, Vera

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Der Höhepunkt der Grippewelle ist offenbar überschritten. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mitteilte, ist die Zahl der Erkrankungen in den vergangenen Wochen gesunken. Bisher seien in dieser Saison etwa 23 500 Influenzafälle registriert worden. 3 500 Patienten waren so schwer erkrankt, dass sie stationär behandelt werden mussten. 84 Patienten sind dem RKI zufolge gestorben, davon waren 76 mit dem Influenzavirus A/H1N1 („Schweinegrippe“) infiziert. Das Durchschnittsalter der Todesopfer lag bei 52 Jahren. Die Mehrzahl von ihnen war nicht geimpft.

Das A/H1N1-Virus verursachte 1918 die tödliche Pandemie der spanischen Grippe. Foto: picture-alliance
Das A/H1N1-Virus verursachte 1918 die tödliche Pandemie der spanischen Grippe. Foto: picture-alliance

Wie der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Kluge, dem Deutschen Ärzteblatt berichtete, erfahren viele Patienten, die an einer Influenzavirus-A/H1N1-bedingten Pneumonie erkranken, einen besonders schweren Verlauf, häufig mit Lungenversagen. Die Kapazitäten für die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO, ECLA) und Hochfrequenzoszillationsventilation (HFOV) seien in Norddeutschland durch diese Fälle zeitweise ausgeschöpft gewesen. Kluge betonte, dass viele einweisende Ärzte ihre Patienten mit schweren Pneumonien antibakteriell behandelt hätten, eine Virusinfektion sollte aber differenzialdiagnostisch immer in Betracht gezogen werden. zyl

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