ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2011Asthma bronchiale: Inhalatorwechsel muss trainiert werden

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Asthma bronchiale: Inhalatorwechsel muss trainiert werden

EB

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Bei Patienten, die für die Therapie mehrere inhalative Wirkstoffe benötigen, empfiehlt sich die Verwendung technisch gleicher Geräte.

Die Lungendeposition inhalativer Medikamente hängt von der Art des Inhalators im Zusammenspiel mit der Inhalationstechnik des Patienten ab. Verschiedene Geräte erfordern daher unterschiedliche Atemmanöver. Werden Inhalatoren in der Apotheke aufgrund von Rabattverträgen ausgetauscht, können möglicherweise Unter- oder Überdosierungen der Wirkstoffe erfolgen, wie eine aktuelle Übersichtsarbeit belegt (Respir Med 2010; 104[9]: 1237–45).

Der Prozentsatz von Patienten, die Fehler bei der Inhalation machten, schwankte bei vier verschiedenen Pulverinhalatoren von 39 bis 72 Prozent, wenn die Patienten nur eine Bedienungsanleitung zur Verfügung hatten. Auch wenn ihnen die Handhabung der Geräte genau erklärt wurde, lag die Fehlerrate immer noch zwischen acht und 53 Prozent. Offenbar reicht es nicht, die Handhabung des Inhalators einmal gezeigt zu bekommen – sie muss trainiert und regelmäßig kontrolliert werden.

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„Inhalationsgeräte sind nicht beliebig austauschbar, da jedes System eine eigene Inhalationstechnik erfordert“, teilt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) mit. Wie sich ein Inhalatorwechsel auf die Therapie mit Glukokortikoiden auswirkt, zeigt eine Kohortenstudie (BMC Pulm Med 2009; 9: 1).

Um Patienten zu ermitteln, deren Inhalator ohne erneute Konsultation des Arztes gewechselt wurde, nutzte man die britische General Practice Research Database. Für diese sechs bis 65 Jahre alten Patienten wurden dann individuell passende Kontrollpatienten gesucht. Der Wechsel des Inhalators hatte eine deutlich schlechtere Asthmakontrolle zur Folge: 50,7 Prozent versus 37,9 Prozent der Patienten hatten unkontrolliertes Asthma, und bei 19,7 Prozent versus 34,3 Prozent war das Asthma kontrolliert (Grafik). Daraus lässt sich nach Ansicht der Autoren ableiten: Asthmapatienten, die mehrere inhalative Wirkstoffe benötigen, sollten diese in technisch gleichen Inhalatoren applizieren. EB

Quelle: Pressemitteilung der Astellas-Pharma GmbH

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