ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2011Schweregrad von Erkrankungen

KODIER-RATGEBER

Schweregrad von Erkrankungen

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Wie wird kodiert, wenn sich der Schweregrad einer Erkrankung beim Patienten innerhalb eines Quartals ändert?

Wird eine Erkrankung in unterschiedlichen Ausprägungen beziehungsweise Schweregraden behandelt, sind alle festgestellten Behandlungsdiagnosen mit dem jeweiligen Schweregrad zu kodieren. Der Aufwand für die Behandlung eines Patienten nimmt im Allgemeinen mit dem Schweregrad zu. Deshalb ist es wichtig, dass der Arzt/Psychotherapeut die vorliegenden Informationen im Rahmen der Diagnosenkodierung so genau wie möglich weitergibt. Dann ist gewährleistet, dass die gemessene Morbidität auch die Behandlungsrealität so gut wie möglich abbildet. Relativ häufig kommt es daher vor, dass innerhalb eines Quartals zu einem Patienten mehrere verschiedene Schweregrade zur Abrechnung übermittelt werden.

Achtung: Insbesondere bei Diagnosen, die über einen längeren Zeitraum behandlungsrelevant sind und mit der Abrechnung übermittelt werden, ist kritisch zu prüfen, ob der angegebene Schweregrad noch aktuell ist. Dies gilt vor allem auch dann, wenn der Patient im neuen Quartal erneut in die Praxis kommt.

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Gibt es Alternativen für das Zusatzkennzeichen „Z“ für den Zustand nach einer Erkrankung?

Wenn es in der ICD einen spezifischen Kode für den Zustand nach einer Erkrankung beziehungsweise die Folgen einer Erkrankung gibt, wird dieser spezifische Kode mit dem Zusatzkennzeichen „G“ verschlüsselt. Die folgenden Beispiel sollen das verdeutlichen: Die Folgen von Polio werden nicht mit „Polio, Zustand nach“ verschlüsselt, sondern mit „Folgezustände der Poliomyelitis, gesichert“. Der alte Herzinfarkt wird nicht mit „Herzinfarkt, Zustand nach“ verschlüsselt, sondern mit „alter Herzinfarkt, gesichert“. Die Folgen eines Hirninfarktes werden nicht mit „Hirninfarkt, Zustand nach“ verschlüsselt, sondern mit „Folgen eines Hirninfarktes, gesichert“.

Ein Diagnoseverdacht bestätigt sich nicht. Muss dieser Kode am Ende des Quartals wieder gelöscht werden?

Nein. Der Kode kann im Datensatz stehen bleiben. Sollte sich der Verdacht allerdings bestätigen, ist das „V“ (Verdachtsdiagnose) durch ein „G“ (gesicherte Diagnose) zu ersetzen. Alternativ kann der ICD-Kode mit dem Zusatzkennzeichen „G“ zum bereits bestehenden Kode mit dem Zusatzkennzeichen „V“ hinzugefügt werden.

Weitere Informationen: www.kbv.de

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