ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2011Hazard und Hazard-Ratio

MEDIZIN: Statistik-Quiz

Hazard und Hazard-Ratio

Dtsch Arztebl Int 2011; 108(12): 208

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Im Rahmen einer Studie wurden Remissions-Überlebenszeiten von Krebspatienten bestimmt. Die eine Hälfte der Patienten hat die Standard-therapie erhalten, die andere Hälfte eine neuartige Therapie. Die Variable von Interesse ist „Behandlungsstatus“ (BS = 0, falls Standardtherapie; BS = 1, falls neue Therapie). Sowohl für die Standardtherapiegruppe als auch für die Patientengruppe mit der neuartigen Therapie wurden Log-Minus-Log-Kaplan-Meier-Kurven erstellt. Dabei ist sehr deutlich ersichtlich, dass sich die beiden Kurven schneiden und nicht parallel zueinander verlaufen.

Welche der folgenden Interpretationen lässt dieses grafische Ergebnis zu?

1) Die Hazards der beiden Gruppen sind zeitunabhängig.

2) Mindestens eine der beiden Patientengruppen weist einen zeitabhängigen Hazard auf.

3) Die Hazards beider Gruppen müssen zeitabhängig sein.

4) Das Hazard-Ratio (das heißt der Quotient der Hazards der beiden Gruppen) ist zeitunabhängig.

5) Das Hazard-Ratio ist zeitabhängig.

6) Die log-log-Überlebenskurven sind eher ungeeignet, um auf grafischem Wege zu beurteilen, ob das Hazard-Ratio zeitabhängig ist oder nicht. Dazu wären die Kaplan-Meier-Kurven besser geeignet gewesen.

Welche Aussagen treffen zu?

a) 1 + 4

b) 2 + 5

c) 3 + 5

Die Quiz-Fragen wurden vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Mainz, entwickelt.



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klausenwächter
am Sonntag, 26. August 2012, 20:11

Suche nach Alternativen zum Cox proportional hazards model

Die Fragestellung des Quiz ist trivial. Damit ist sie geeignet das grundlegende Verständnis der Thematik zu überprüfen und bei fehlerhafter Beantwortung Lektüre anzuregen. Somit verfolgt das Quiz einen erkennbares erwachsenenpädagogisches Ziel. Ob dieses aber erreicht wird, ist mangels instrumenteller Analyse des Quiz nicht möglich. Der Zeitverlauf der Lösungsquoten mag vergleichbar mit dem Fallbeispiel Risiken des Versagen oder Chancen des Erkennens aufzuzeigen. Je nachdem, wo dieses "Lotteriespiel" angehalten wird, resultiert eine andere Schlußfolgerung. Es sind Alternativen zum Cox proportional hazards model für klinische Studien zu suchen.

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