ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1997Krankenhäuser: Selbstverwaltung ran!

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Krankenhäuser: Selbstverwaltung ran!

Clade, Harald

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LNSLNS Einige Klarstellungen und Anschlußregelungen enthält die 5. Änderungsverordnung zur Bundespflegesatzverordnung, die durch die Spargesetze und das 2. GKV-Neuordnungsgesetz notwendig geworden sind. Durch die Neuregelungen soll der Selbstverwaltung der Krankenhäuser, der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung und dem Verband der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (unter Einschaltung der Bundes­ärzte­kammer) das Recht eingeräumt werden, den Katalog der leistungsbezogenen Entgeltsysteme (Fallpauschalen; Sonderentgelte) eigenverantwortlich zu gestalten und weiterzuentwickeln. Heute werden hierüber bereits rund 20 Milliarden DM abgerechnet, ein Volumen, das bis maximal 30 Prozent ausgeweitet werden soll. Die Umstellung von der staatlichen Vorgabe auf die Selbstverwaltungsebene wird denn auch als notwendiger Akt der weiteren Entstaatlichung von den Verbänden begrüßt, zumal dieser Weg nicht durch eine Änderung des Preissystems erschwert werden soll. Damit sich das neue Entgeltsystem auf Dauer bewähren kann, soll es zunächst bei den auf Landesebene vereinbarten "Festpreisen" für Fallpauschalen und Sonderentgelte bleiben. Ursprünglich erwogene Richtpreise hätten für die Krankenhäuser derzeit noch unkalkulierbare Risiken bedeutet.
Die 1996 erfolgte obligatorische Einführung des neuen Vergütungssystems startete unter "geschützten" Rahmenbedingungen ("Erlösabzugsverfahren"), um unkalkulierbare Mengen-Effekte zu vermeiden. Dabei werden die mit Fallpauschalen und Sonderentgelten erzielten Erlöse gegen den Gesamterlös des Krankenhauses verrechnet. Der Entwurf trägt den Forderungen nach mehr Kalkulationssicherheit insoweit Rechnung, als das Erlösabzugsverfahren, das Ende 1997 hätte auslaufen sollen, um weitere zwei Jahre verlängert wird. Dr. Harald Clade
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