ArchivDeutsches Ärzteblatt11/1996Bekanntmachungen: Änderung der NUB-Richtlinien

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Bekanntmachungen: Änderung der NUB-Richtlinien

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LNSLNS Der Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen hat in seiner Sitzung am 14. 12. 1995 beschlossen, die Anlage 1 der Richtlinien des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen über die Einführung neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB-Richtlinien) in der Fassung vom 4. Dezember 1990 (Bundesarbeitsblatt Nr. 2 vom 31. Januar 1991), Anlage 1 zuletzt geändert am 13. September 1995 (BAnz. S. 11957), wie folgt zu ändern:

Anlage 1


(zu 10.1 der NUB-Richtlinien)
Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, die der Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen als neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden anerkannt hat.

1. Ambulante Durchführung der LDL-Elimination als extrakorporales Hämotherapieverfahren


Allgemeine Bestimmungen


1.1 Voraussetzung für die Ausführung und Abrechnung von ambulanten LDL-Eliminationen im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung ist die Genehmigung durch die zuständige Kassenärztliche Vereinigung.


1.2 Ambulante LDL-Eliminationen dürfen in der vertragsärztlichen Versorgung nur von Ärzten durchgeführt werden, die gegenüber der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung nachgewiesen haben, daß sie die fachlichen und apparativen Voraussetzungen erfüllen.

1.3 Der zur Durchführung von LDL-Eliminationen berechtigte Arzt (bzw. die berechtigte Institution) zeigt der zuständigen KV die vorhandenen Kapazitäten unter Angabe des (der) angewendeten Verfahren(s) an.
Indikationen für die LDL-Elimination


1.4 Eine LDL-Elimination kann nur durchgeführt werden bei Patienten
– mit familiärer Hypercholesterin-ämie in homozygoter Ausprägung,
– mit schwerer Hypercholesterin-ämie, bei denen mit einer über mindestens 6 Monate dokumentierten maximalen diätetischen und medikamentösen Therapie das LDL-Cholesterin nicht ausreichend gesenkt werden kann. Im Vordergrund der Indikationsstellung soll dabei die Berücksichtigung des Gesamt-Risikoprofils des Patienten unter Berücksichtigung der aktuellen Empfehlungen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften stehen. Das Gesamt-Risikoprofil schließt u. a. das Vorliegen einer positiven Familienanamnese für eine koronare Herzerkrankung oder eine koronarangiographisch dokumentierte, klinisch relevante Herzerkrankung ein. Ferner sind u. a. erhöhte LP(a)-Werte, niedriges HDL-Cholesterin, arterieller Hypertonus, Diabetes mellitus, erhöhte Fibrinogenwerte sowie die Mitarbeit des Patienten am Therapieprozeß zu berücksichtigen.
Der Indikationsstellung zur LDL-Elimination hat eine kardiologische bzw. angiologische und lipidologische Beurteilung des Patienten voranzugehen. Die Beurteilung darf nicht durch den Arzt erfolgen, an den bei bestätigter Indikation zur Durchführung der LDL-Elimination überwiesen wird.

Beratende Kommissionen der Kassenärztlichen Vereinigungen


1.5 Die Kassenärztlichen Vereinigungen richten zur Beratung der niedergelassenen Ärzte fachkundige Kommissionen ein, denen alle Indikationsstellungen vor Einleitung der Therapie vorzulegen sind. Der beratenden Kommission der Kassenärztlichen Vereinigung sind ebenfalls die Ergebnisse der Überprüfungen gem. 1.8 der Richtlinien zur Beratung vorzulegen. Über das Ergebnis ihrer Beratungen unterrichtet die Kommission der Kassenärztlichen Vereinigung den indikationsstellenden Arzt schriftlich.


Fachliche, technische und orgaanisatorische Voraussetzungen zur Durchführung der extrakorporalen LDLElimination


1.6 Die Anforderungen an die fachliche Qualifikation werden von Ärzten erfüllt, die zur Durchführung von extrakorporalen Blutbehandlungsverfahren berechtigt sind und die über besondere Kenntnisse des Fettstoffwechsels verfügen.


1.7 Die technischen und organisatorischen Voraussetzungen sollen sich an denen zur Durchführung von Hämodialysen orientieren.

Dauer der Anwendung


1.8 Das Vorliegen der unter 1.4 genannten Indikationen zur LDL-Elimination ist im gleichen Verfahren wie unter 1.4 spätestens ein Jahr nach Beginn der extrakorporalen Elimination des LDL zu überprüfen, im weiteren Verlauf alle zwei Jahre.

Auswahl des Verfahrens


1.9 Die Auswahl des Verfahrens zur LDL-Elimination erfolgt für jeden Einzelfall und in Abstimmung zwischen dem behandelnden Arzt und dem begutachtenden Arzt unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes. Es dürfen ausschließlich Verfahren angewandt werden, die eine Absenkung des jeweiligen LDL-Ausgangswertes um mindestens 60 Prozent je Therapiesitzung bei höchstens 6 Stunden Dauer erreichen.


Die Änderung der Richtlinien tritt am Tage nach der Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.
Köln, den 14. 12. 1995
Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen
Der Vorsitzende Schroeder-Printzen


Erläuterung der KBV:
Diese Änderung der NUB-Richtlinien ist im Bundesanzeiger am 23. 2. 1996 veröffentlicht und damit in Kraft gesetzt worden. Im Vergleich zur bisher gültigen Fassung haben sich Änderungen in 1.4 und 1.5 der Richtlinien ergeben.

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