ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1997Allgemeinmedizin: Verlogenheit

SPEKTRUM: Leserbriefe

Allgemeinmedizin: Verlogenheit

Vogel, Rolf

Zu dem Leserbrief "Eigennutz zum Imperativ erhoben" von Steffen Grüner in Heft 34-35/1997:
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LNSLNS Bravo! rufe ich, wenn ich den Leserbrief des Herrn Grüner lese. Der Mann hat recht! Scheinheiligkeit, Eigennutz und Lobbyismus sind in der Tat die adäquaten Attribute für das Verhalten der etablierten Ärzteschaft.
Wie ist es anders zu erklären, daß ich als AiP zur Teilnahme an einer "Ausbildungsveranstaltung" der Ärztekammer Schleswig-Holstein verpflichtet war, deren qualitatives Niveau so niedrig war, daß einem die Dozenten ständig zuzuraunen schienen: mehr seid Ihr ÄiP auch nicht wert? Wie ist es anders zu erklären, daß auf dieser Veranstaltung ein Lübecker Nervenarzt mit bekanntem Namen, schwer an der Last des Alters und des Reichtums tragend, über Medizin-Ethik vortragen durfte? Dieser Mann, der nach eigenen Angaben als Kammervertreter an der Einführung des AiP beteiligt war, erzählte uns ÄiP, was gut und was böse sei. Durch kein Wässerchen getrübt, erklärte er, man habe mit der Einführung des AiP den jungen Kollegen doch nur helfen wollen, eine Stelle zu finden. Das erinnert ein wenig an den greisen Mielke bei seinem letzten Auftritt vor der DDR-Volkskammer: auch er, Mielke, habe doch alle immer nur geliebt . . .
Wie ist es anders als mit Ignoranz und Desinteresse der Veranstalterin zu erklären, daß die Ärztekammer die "Ausbildung" in praktischer Notfallmedizin von - Achtung! Festhalten! - Rettungsassistenten leiten läßt?
Qualität! Qualität! wurde von den Herren in der ersten Reihe des Deutschen Ärztetages immer wieder hervorgestoßen. Auf der Veranstaltung der Ärztekammer Schleswig-Holstein war sie nicht erkennbar.
Gibt es ein Ende der Verlogenheit? . . .
Rolf Vogel, Bramfelder Weg 43, 22159 Hamburg
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