ArchivDeutsches Ärzteblatt11/1996Börsebius rund ums Geld: Persönlicher Nutzen

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius rund ums Geld: Persönlicher Nutzen

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Vergangenen Samstag fand wieder der monatliche Leserservice des Deutschen Ärzteblattes "rund ums Geld" statt. Zwei Hauptthemen prägten diesmal das Bild der Ratsuchenden: Wie lege ich bei den derzeit niedrigen Zinsen mein Geld an? Wie finanziere ich eine Immobilie bei der aktuellen Kapitalmarktsituation am besten?
Es ist arg. Da hat man sich mühsam ein hübsches Sümm-chen zusammengespart, und jetzt gibt es dermaßen wenig Zinsen, daß es einen fast schon graust. Noch schlimmer das Dilemma: Soll ich nun kurz anlegen, mit Festgeldern um 4 Prozent fast nix kassieren und mich jeden Tag ärgern oder in den sauren Apfel beißen und längerfristig anlegen und für zehn Jahre weniger als 7 Prozent bekommen? Bloß was ist, wenn ich das Geld fest angelegt habe, die Zinsen dann zu steigen beginnen und meine Bestände im Kurs verlieren und ich mich erst recht jeden Tag ärgere?
Also, mal abgesehen davon, daß denjenigen, der seine festverzinslichen Wertpapiere bis zur Endfälligkeit durchhält, etwaige Kursverluste nicht zu interessieren brauchen, weil immer zu 100 Prozent zurückgezahlt wird, gibt es auch heute noch einige durchaus attraktive Genußscheine mit Rentencharakter, die eine jährliche Verzinsung von 7,5 Prozent abwerfen, was gar nicht so übel ist.
Aber im Prinzip, das gebe ich gerne zu, befindet sich der Sparer schon in einer Art Anlagenotstand. Gleichwohl muß er sich diesem nicht beugen. Wem Festgeldzinsen zu mickrig sind, wer aber den nächsten Zinsanstieg nicht verpassen und seine Nerven sowieso schonen will, für den sind sogenannte Floater eine ganz gute Alternative. Das sind Anleihen, bei denen die jährlichen Zinsen der aktuellen Kapitalmarktsituation angepaßt werden und somit der Kurs immer um 100 notiert. Floater werden überdies an der Börse gehandelt und garantieren deswegen jederzeit Liquidität ohne schmerzhafte Verluste. Der persönliche Nutzen ist also ganz schön hoch. Auf der anderen Seite können sich Bauwillige über die niedrigen Zinsen recht freuen. Genauer, sie könnten sich freuen, tun es aber oft nicht! Da wird dann hamsterlich geluchst und gelauert, ob es denn nicht noch ein Viertelprozentchen niedriger geht oder doch wenigstens ein Achtelchen. Alles zentriert sich auf die Frage: Wann ist das Zinstal erreicht? Wie lange muß ich noch abwarten?


Langfristige Bindung
Seien Sie gewiß, die Frage kann Ihnen keiner beantworten, und oft genug war in der Vergangenheit das Zinstal zum Zeitpunkt der Fragestellung genau vor einem Monat erreicht gewesen. Aber was nützt einem das schon? Wichtig ist das relative Zinsniveau. Und da, meine ich, sind wir auf einem Niveau, wo man sich so langfristig binden sollte, wie es nur irgend geht. Der persönliche Nutzen der sicheren Kalkulation ist dann ganz schön hoch. Börsebius

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