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„Das Gesetz zur Beeinflussung der Berufsplanung von Medizinstudierenden und zur Zuteilung von Arztstellen“ – so etwas gibt es natürlich nicht. Noch nicht. Denn der Titel passt durchaus zu Vorschlägen, die in diesem Frühjahr im Zusammenhang mit dem geplanten Gesetz zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in Deutschland diskutiert werden. Es geht den Politikern darum, dass möglichst nur diejenigen Medizin studieren, die dann auch wirklich im Krankenhaus und in der Praxis arbeiten wollen, dass sie dann dorthin ziehen, wo schon heute Ärzte fehlen – in ländliche Gebiete und dass möglichst viele von ihnen Hausärzte werden.

Und das ist konkret geplant: Die Länder sollen drei bis fünf Prozent der Medizinstudienplätze reservieren für Bewerber, die sich verpflichten, sich nach Studium und Weiterbildung in unterversorgten Gebieten niederzulassen. Ein Abiturient soll sich also nicht nur für das Studium und die Weiterbildung danach festlegen, sondern bindende Verpflichtungen eingehen, wo und wie er/sie später als Facharzt arbeiten wird? Die Verfechter der Landarztquote haben merkwürdige Vorstellungen von Karriereplanung. Wer kann schon den eigenen Berufsweg über mehr als ein Jahrzehnt hinaus seriös planen? Wer Arzt wird, muss sich um seine Berufsperspektiven keine sehr großen Sorgen machen. Und ausgerechnet Studienanfänger der Medizin sollen auf ihre Wahlfreiheit verzichten, wo doch gerade die Vielfalt der Möglichkeiten das Reizvolle ist? Nein, wer für den Arztberuf werben will, sollte die Wahlmöglichkeiten erweitern. Wer für die Tätigkeit eines niedergelassenen Arztes werben will, sollte sicherstellen, dass die ambulante Medizin im Studium mehr Raum erhält. Und wer mehr Hausärzte will, sollte in allen Fakultäten Lehrstühle für Allgemeinmedizin besetzen und für gute Lehrpraxen sorgen.

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Heinz Stüwe

Chefredakteur Deutsches Ärzteblatt

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