ArchivMedizin studieren2/2011Wie empfanden Sie das Hammerexamen?

Studium: Die Frage

Wie empfanden Sie das Hammerexamen?

Deutsches Ärzteblatt Studieren.de, 2/2011: 6

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Markus Borgmann,
Weiterbildungsassistent für
Psychiatrie, Psychotherapie und
Psychosomatik, Neuruppin

Trotz der großen Masse an Fächern und Fragen fand ich das Hammerexamen erstaunlich machbar. Auch wenn man mit dem einen oder anderen Fach vielleicht auf dem „Kriegsfuß“ steht, erscheinen die meisten Fälle doch halbwegs realistisch und nachvollziehbar. Auch die mündliche Prüfung war bei mir sehr fair und am klinischen Alltag orientiert. Das Vorziehen des schriftlichen Teils des Examens vor das praktische Jahr (PJ) wäre in meinen Augen dennoch sehr sinnvoll, da man auf diese Weise gut mit Wissen „gestählt“ das PJ beginnen würde und sich bei der abschließenden mündlichen Prüfung auf das klinische Wissen und Können konzentrieren könnte.

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Haidar Salimi Dafsari,
Weiterbildungsassistent Neurologie, Köln

Ob viel Lesen, viel Kreuzen oder sogar Teilnahme an bezahlten Repetitorien: Jeder Examenskandidat hat eine andere Lernstrategie, und erfahrungsgemäß ist jede erfolgversprechend. Gemeinsamer Nenner bei den allermeisten Studenten und sehr empfehlenswert ist das Lernen nach dem 100-Tage-Lernplan! Klar, man sollte Gas geben und die Lerntage nutzen, aber man sollte auch nicht vergessen, dass rund 90 Prozent aller Teilnehmer bestehen – mehr als bei den meisten Scheinen an der Uni! Und bei allem Prüfungsstress sollte man nicht vergessen: Das Lernen macht Spaß, man erkennt fächerübergreifende Zusammenhänge und ist nach dem Examen fachlich so fit wie nie zuvor!

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Maijana Linhard,
Weiterbildungsassistentin
Pädiatrie, Eberswalde

Als ungünstig empfand ich das Hammerexamen für das praktische Jahr. Denn durch das späte Examen war ich nicht gezwungen gewesen, vor dem PJ zu lernen und fühlte mich so zu Beginn der Tätigkeit in der Klinik etwas unsicher. Das Hammerexamen an sich war zwar anstrengend, aber nicht so schlimm, wie manche Gerüchte behaupteten. Drei bis vier Monate habe ich in der freien Zeit nach dem PJ strukturiert gelernt. Trotz gleichzeitiger Schwangerschaft fühlte ich mich weder überfordert noch gestresst.

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Natalie Schwarzappel,
Weiterbildungsassistentin Radiologie, Berlin

Die Zeit war hart – aber es ist zu schaffen. Ich habe etwa drei Monate lang täglich von acht bis 16 Uhr konzentriert gelernt, während meine beiden Söhne (damals zwei und elf Jahre alt) im Kindergarten und in der Schule waren. Am Nachmittag habe ich mich um sie gekümmert und abends, wenn sie im Bett waren, weiter gelernt. Mein Tipp: Man darf sich nicht ablenken lassen, weder vom Kochen und Haushalt noch vom Telefon.

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