ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1997Start des bundesweiten Gesundheitssurveys

POLITIK: Medizinreport

Start des bundesweiten Gesundheitssurveys

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LNSLNS In diesen Tagen beginnt eine repräsentative Untersuchung zum Gesundheitszustand der Bevölkerung in Deutschland. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts, das vom Robert Koch-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführt wird, sollen etwa 7 200 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren zu gesundheitsrelevanten Themen befragt und einer medizinischen Untersuchung unterzogen werden. Ziel des Surveys ist es, wissenschaftliche Grundlagen für die Gesundheitsberichterstattung und für die epidemiologische Forschung zu schaffen.
Die Untersuchung setzt sich aus einem Kern und mehreren Modulen zusammen. Der Kern erfaßt wesentliche Indikatoren zur Prävalenz von Risikofaktoren und gesundheitspolitisch bedeutsamen Krankheiten, zur Inanspruchnahme medizinischer Leistungen sowie zur Häufigkeit gesundheitsrelevanter Lebensbedingungen und Verhaltensweisen. Als Instrumente kommen ein Fragebogen, den die Teilnehmer selbst ausfüllen, ein standardisiertes ärztliches Interview sowie die Messung von Körpermaßen, Blutdruck und mehr als 40 Blut- und Urinwerten zum Einsatz.
Im Modul Arzneimittelsurvey erfolgt eine detaillierte Erfassung der gesamten nichtstationären Arzneimittelanwendung inklusive unerwünsch- ter Arzneimittelwirkungen. Auf diese Weise kann ein Überblick über den Konsum von rezeptpflichtigen und frei verkäuflichen Azneimitteln sowie über aufgetretene Nebenwirkungen gewonnen werden. Die Ernährungserhebung bietet die Möglichkeit, in beiden Teilen Deutschlands vergleichbare Daten zur Nährstoffaufnahme zu erheben, die zur Berechnung von ernährungsbedingten Gesundheitsrisiken herangezogen werden können. Das Modul Folsäureversorgung bei Frauen im gebärfähigen Alter soll die Zusammenhänge zwischen Neuralrohrdefekten und Folsäuredefiziten untersuchen.
Ziel des Umweltsurveys ist die Quantifizierung von Umweltfaktoren sowie die Verfolgung unterschiedlicher Belastungen in den alten und neuen Bundesländern, wie sie sich im Umweltsurvey 1990/92 dargestellt haben. Mit dem Modul "Psychiatrische Störungen" sollen Inzidenzen und Prävalenzen der psychischen Morbidität und Komorbidität in der Bevölkerung ermittelt werden. Unter der Bezeichnung "Nationaler Gesundheitssurvey" wurden bereits 1984 bis 1986, 1987 bis 1989 sowie 1990 bis 1991 repräsentative Stichproben der Bevölkerung einer standardisierten Untersuchung und Befragung zu gesundheitsrelevanten Themen unterzogen. Mit weitgehend gleicher Methodik wurde von 1991 bis 1992 in den neuen Bundesländern der Gesundheitssurvey Ost vorgenommen. Die jetzige Untersuchung erfolgt in den alten und neuen Bundesländern erstmals zeitgleich und nach einheitlichen Merkmalen. Aktuelle Informationen zu dem neuen Bundes-Gesundheitssurvey sind unter folgender Adresse zu erhalten: Dr. B.-M. Bellach, Robert Koch-Institut, Fachbereich 6, Ge- neral-Pape-Straße 62-66, 12101 Ber-lin beziehungsweise über Internet: http//www.rki.de/CHRON/CHRON.HTM DÄ

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