ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1997Qualitätssicherung: Kassenärzte zeigen sich aufgeschlossen

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Qualitätssicherung: Kassenärzte zeigen sich aufgeschlossen

Maus, Josef

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LNSLNS Was erwarten niedergelassene Ärzte von der Qualitätsförderung in der Praxis? Mit dieser Fragestellung befaßte sich eine repräsentative Erhebung des Göttinger Instituts für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (AQUA) im Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt. Die Ergebnisse der Umfrage unter rund 3 000 Ärzten wurden jetzt in Magdeburg vorgestellt.
Die Qualitätssicherung gewinnt in der vertragsärztlichen Versorgung zusehends an Bedeutung. Bei einer repräsentativen Umfrage unter rund 3 000 Kassenärzten in Sachsen-Anhalt zeigte sich die Mehrheit der Befragten gegenüber qualitätsfördernden Maßnahmen in der eigenen Praxis sehr aufgeschlossen. Die niedergelassenen Ärzte halten Qualitätssicherung für grundsätzlich erforderlich, heißt es in einer Stellungnahme der KV zu der Erhebung.
So gaben immerhin 56,3 Prozent der befragten Ärzte an, selbst an einem Qualitätszirkel teilnehmen zu wollen. Weitere 27,8 Prozent waren in dieser Frage noch unentschieden, und lediglich 12,5 Prozent schlossen ihre Mitwirkung an Qualitätszirkeln aus.
Konkrete Hilfe für
die eigene Praxis
Befragt nach ihren Motiven für eine Teilnahme an qualitätsfördernden Maßnahmen, antworteten die Ärzte:
c die Erwartung konkreter Hilfe für die eigene Praxis;
c die Vorzüge eines interkollegialen Erfahrungsaustausches;
c eine Verbesserung der Patientenversorgung;
c Möglichkeiten zur Reflexion der eigenen Arbeit sowie zur persönlichen Entlastung.
Als Hinderungsgründe, die gegen eine Teilnahme an Qualitätszirkeln sprechen könnten, nannten die Ärzte "konkurrierende zeitliche Verpflichtungen gegenüber der Praxis und der Familie". Eine wesentliche Rolle spielt offenbar auch die Befürchtung externer Kontrolle.
Erhebliche Vorbehalte äußerten die Befragten gegenüber herkömmlichen Fortbildungsveranstaltungen. Kritisch sehen die Ärzte dabei insbesondere "praxisferne Großveranstaltungen". Eine auf die Praxis ausgerichtete Kleingruppenarbeit mit der Gelegenheit zum persönlichen Austausch wird hingegen befürwortet.
Wunsch nach mehr
Informationen
Negativ auf die Motivation zur Qualitätsverbesserung können sich der Erhebung zufolge die gegenwärtigen Rahmenbedingungen der vertragsärztlichen Versorgung und die wirtschaftliche Situation der Praxen auswirken. Viele der befragten Ärzte fühlen sich - so die KV - "wie im Käfig und das bei miserabler Fütterung".
Aus den Antworten der befragten Ärzte läßt sich ferner der Wunsch nach mehr Informationen ablesen. So war offenbar vielen Kassenärzten aus Sachsen-Anhalt nicht so recht klar, worin der Unterschied zwischen "modernen und selbstbestimmten Qualitätszirkeln" und den "altbekannten Zirkeln der sozialistischen Arbeit" besteht. Rund 85 Prozent der Ärzte wünschen sich mehr Informationen durch ihre Kassenärztliche Vereinigung. In Sachsen-Anhalt, teilt die KV mit, gibt es derzeit bereits 44 Qualitätszirkel mit etwa 610 Mitgliedern aus den verschiedenen Facharztgruppen. Josef Maus
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