ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1997Auswirkung der Hormonsubstitution in der Postmenopause auf die Fibrinolyse

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Auswirkung der Hormonsubstitution in der Postmenopause auf die Fibrinolyse

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LNSLNS Die Plasmaspiegel des Fibrinolyse-Hemmers PAI-1 (Plasminogen-Aktivator Inhibitor Typ 1) steigen bei Frauen nach der Menopause an und sind somit möglicherweise für das steigende Risiko an HerzKreislaufErkrankungen verantwortlich. Eine Studie aus den USA untersuchte den Effekt einer Östrogensubstitution in der Postmenopause auf die PAI-1- Plasmaspiegel. Orales, konjugiertes Östrogen (0,625 mg/die) wurde bei 30 postmenopausalen Frauen und transdermales Estradiol (0,1 mg/die) bei 20 postmenopausalen Frauen allein oder in Kombination mit einem Gestagen (Medroxyprogesteronazetat 2,5 mg/die) über einen Monat verabreicht. Neben PAI-1-Plasmaspiegeln wurden D-Dimere als Parameter der Fibrinolyse bestimmt.
Konjugiertes Östrogen, allein oder in Kombination mit Gestagen, senkte den mittleren PAI-1-Spiegel von 32 auf 14 ng/ml signifikant ab. Dieser Abfall war mit einer Zunahme der D-Dimer-Spiegel sowohl bei der Mono- als auch bei der Kombinationstherapie verbunden. Transdermal gegebenes Östradiol veränderte die PAI-1-Spiegel und D-Dimere nicht signifikant.
Nach Ansicht der Autoren ist der postmenopausal physiologischerweise vorkommende Anstieg der Plasma-PAI1-Werte mit einer Verringerung der fibrinolytischen Aktivität des Blutes verbunden. Durch Östrogensubstitution läßt sich die Fibrinolyseaktivität des Blutes in der Postmenopause wieder steigern und könnte solchermaßen den protektiven Effekt der Östrogensubstitution in der Postmenopause auf die koronare Herzerkrankung erklären.
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Koh Kwang Kon et al.: Effects of hormone replacement therapy on fibrinolysis in postmenopausal women. N Engl J Med 1997; 336: 683-690.
Dr. Cannon, National Institutes of Health, Bldg. 10, Rm. 7B15, 10 Center Dr., MSC-1650, Bethesda, MD 208921650, USA.

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