ArchivDeutsches Ärzteblatt43/1997Blutungsrisiko bei dünndarmlöslichem oder gepuffertem Aspirin

MEDIZIN: Referiert

Blutungsrisiko bei dünndarmlöslichem oder gepuffertem Aspirin

Dtsch Arztebl 1997; 94(43): A-2834 / B-2410 / C-2256

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LNSLNS Neun Prozent der US-Bevölkerung und sechs bis acht Prozent der Bevölkerung Großbritanniens im Alter von 60 Jahren stehen unter einer Dauermedikation von Aspirin. Selbst unter einer Dosierung von 75 Milligramm ist das Risiko einer gastrointestinalen Blutung um den Faktor 2,3, bei 150 Milligramm um den Faktor 3,2 und bei 300 Milligramm um den Faktor 3,9 erhöht. Um dieses Blutungsrisiko zu senken, wurden dünndarmlösliche und gepufferte Aspirinprodukte auf den Markt gebracht. Die Autoren untersuchten in einer Multicenter-Fall­kontroll­studie die Blutungsinzidenz bei Patienten, die unter dünndarmlöslichem oder gepuffertem Aspirin in einer täglichen Dosierung von 324 Milligramm oder weniger standen. Bei insgesamt 550 Blutungsepisoden lag das Blutungsrisiko unter normalem Aspirin bei 2,6, unter dünndarmlöslichem Aspirin bei 2,7 und unter gepuffertem Aspirin bei 3,1. Bei Dosen über 325 Milligramm betrug das relative Blutungsrisiko für normales ASS 5,8, für gepuffertes Aspirin 7,0. Die Autoren kommen zu dem Schluß, daß die als wesentlich nebenwirkungsärmer propagierten dünndarmlöslichen oder gepufferten Aspirinpräparationen nicht besser abschneiden als normales Aspirin, aber um das bis zu 20fache teurer sind. Der verordnende Arzt sollte sich also nicht in einer falschen Sicherheit wiegen, wenn er Präparate verordnet, die den Beinamen Protect tragen. w


Kelly PJ, Kaufmann DW, Jurgelon JM, Sheehan J, Koff RS, Shapiro S: Risk of aspirin-associated major uppergastrointestinal bleeding with enteric-coated or buffered product. Lancet 1996; 348: 1413-1416.
Slone Epidemiology Unit, School of Public Health, Boston University School of Medicine, Brookline, Massachusetts, MA 02146, USA.

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