ArchivDeutsches Ärzteblatt12/1996Ausland: Von Niederlassung keine Rede
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LNSLNSLNSLNS . . . Die "harten Zulassungsvoraussetzungen", die der in den USA angehende Medizinstudent erfüllen muß, betreffen den MCAT, ein Examen, vergleichbar mit den Anforderungen des Ab-iturs in der EU. Wer das Niveau des US-amerikanischen Schulsystems kennt, weiß, warum dieses Examen von den Amerikanern als "harte Eingangsvoraussetzung" angesehen wird.
In den USA können nur approbierte Ärzte einer ärztlichen Tätigkeit in einem Krankenhaus nachgehen, keine AiP. Voraussetzung hierfür ist das Bestehen des E.C.F.M.G.-Examens. Dieses Examen besteht aus dem vorklinischen Teil und dem klinischen Teil (zirka 450 Fragen je Abschnitt, pro Frage 45 Sekunden Zeit für Lesen–Überlegen–Ankreuzen). Dieses Examen ist speziell für Ärzte geschaffen worden, die ihre Ausbildung nicht in den USA, Kanada oder Puerto Rico abgeschlossen haben. Die Durchfallquote wird durch Auswahl der Fragen per Computer bei 85 Prozent gehalten, um die Zulassung zur Fortbildung (residency) zu regulieren. Die hohe Durchfallquote sollte auf keinen Fall mit dem IQ der nichtamerikanischen Ärzte korreliert werden, da die US- amerikanischen Medizinstudenten selbstverständlich die leichten Fragen im Examen bekommen. Daher resultiert dann auch bei ihnen die geringe Durchfallquote von zwei Prozent. Mittlerweile können ausländische Kollegen auch am National Board Exam teilnehmen, in dem die US-amerikanischen Studenten geprüft werden. Diese Regelung hängt aber davon ab, wie hoch der Bedarf an Ärzten ist. Wenn der ausländische Kollege dann nach zirka 4 000 Lern-Arbeits-Stunden die beiden medizinischen Abschnitte und den Sprachtest bestanden hat, kann er sich im darauffolgenden Jahr für eine residency bewerben (die ECFMG verschickt freundlicherweise die Examensergebnisse, nachdem die Bewerbungsfrist für das residency-Jahr abgelaufen ist) . . . Das wichtigste aber ist, daß der ausländische Kollege nach Beendigung der Ausbildung die USA mindestens für zwei Jahre verlassen muß. Von Niederlassung kann also keine Rede sein. Des weiteren bietet die USamerikanische Fortbildung nicht im geringsten einen Vorteil für die berufliche Weiterentwicklung in der BRD, denn die schlaueren Kollegen, die im Lande geblieben sind, sitzen auf den entsprechenden Stellen im Krankenhaus und werden sich nicht einen Kollegen aus den USA hereinholen . . . Dr. Dr. Zierer (M. D.), Wolfratshauser Straße 64, 81379 München
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