ArchivDeutsches Ärzteblatt44/1997Weltärztebund: Ethischer Konsens

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Weltärztebund: Ethischer Konsens

Jachertz, Norbert

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LNSLNS Die bekannteste Deklaration des Weltärztebundes dürfte die von Helsinki sein. Sie betrifft Empfehlungen für Ärzte, die in der biomedizinischen Forschung am Menschen tätig sind, wurde 1964 beschlossen und seitdem mehrfach geändert. Auf der kommenden Generalversammlung des Weltärztebundes (World Medical Association - WMA) wird über eine erneute Novellierung beraten. Diese nächste Generalversammlung, es ist die 49., findet vom 10. bis 14. November dieses Jahres in Hamburg statt. Der Weltärztebund begeht damit zugleich sein 50. Bestehen. Die Ausrichtung in Deutschland darf als Anerkennung der aktiven Mitarbeit der deutschen Ärzteschaft - gerade auch bei der Formulierung ethischer Fragen - gewertet werden. Die Generalversammlung in Hamburg hat sich einige weitere aktuelle (und brisante!) Themen vorgenommen, etwa: Klonen und menschliche Würde, Abgabe von Heroin an Opiatabhängige, Rechte von Kindern als Patienten, Rechte des ungeborenen Kindes, aber auch Folter und andere Formen unmenschlicher Behandlung. Auf der Tagesordnung steht zudem die Beratung über eine Deklaration zu Atomwaffen.
Der Weltärztebund beschäftigt sich vornehmlich mit brennenden ethischen Fragen und Fragen der Menschenrechte und versucht hier den ethischen (Minimal-) Konsens zu definieren, dem sich die Ärzte weltweit verpflichtet fühlen. Der dürfte auch bei der Aufnahme neuer Mitglieder, die sich auf den Boden der Beschlußfassungen des Weltärztebundes stellen müssen, eine Rolle spielen. So liegt ein Antrag auf Mitgliedschaft der chinesischen Medizinervereinigung vor.
Die Eröffnung der 49. Generalversammlung steht Ärzten offen, desgleichen eine wissenschaftliche Tagung zu Strategien gegen Drogenmißbrauch am 11. und 12. November. Norbert Jachertz
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