ArchivDeutsches Ärzteblatt44/1997Operationen: Krankenhäuser öffnen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Operationen: Krankenhäuser öffnen

Gnad, K.

Naturheilmittel Zu dem Beitrag "Ambulantes Operieren: In den roten Zahlen" von Dr. Harald Clade in Heft 39/1997:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS . . . Wir haben in Deutschland ein funktionierendes Krankenhauswesen und . . . ein flächendeckendes ärztliches Angebot im ambulanten Sektor. Allein das Überangebot an Leistungsanbietern führt allmählich dazu, ein funktionierendes System zu sprengen. Weil das so ist und jeder ambulante Operateur bei ansonsten im ambulanten Bereich gedeckelten Budgets seine wirtschaftliche Basis im ambulant-operativen Sektor sucht, wird er die Geringrisikoklientel nach Möglichkeit in seiner Praxisklinik operieren, die Risiko- geschweige denn die Hochrisikopatienten wird er dem Krankenhaus überlassen.
Wenn das aber so ist, werden die Krankenhäuser in Zukunft pro Fall noch höhere Kosten verursachen, weil die Niedrigrisikopatienten fehlen.
Welche Praxisklinik, welcher ambulante Operateur ist bereit, 24 Stunden täglich über die ganze Woche und auch am Wochenende seine ambulant operierten Patienten zu versorgen? Ist es nicht schlichtweg so, daß durch die Nähe eines durch Vorhaltekosten sicherlich teuren Krankenhauses die Bereitschaft wächst, ambulant zu operieren? Im Notfall kann ja eingewiesen werden. Wer fängt diese Kosten ab?
Letztendlich gibt es nur zwei Alternativen. Entweder wird über kurz oder lang das Aus-dem-Boden-Schießen am-bulanter Operationszentren Krankenhäuser eliminieren, damit gespart werden kann. Dann muß den Patienten aber gesagt werden, daß sie bei schwereren Erkrankungen sehr weite Wege in Kauf nehmen müssen und eben nicht mehr von ihren Angehörigen im erforderlichen Umfang besucht werden können. Oder, was meiner Meinung nach sinnvoller ist, das ambulante Operieren findet im Krankenhaus statt. Das Krankenhaus öffnet sich mit seiner Infrastruktur ambulanten Operateuren aus dem niedergelassenen Bereich, womit ein vorhaltender Betrieb besser ausgelastet ist und dadurch wirtschaftlicher arbeiten kann. Als Nebeneffekt könnte der Qualitätsstandard besser gesichert werden, wenn ambulante Operateure mit Klinikärzten kooperieren müssen. Zudem wäre die Weiterbildung in den chirurgischen Fächern eher gewährleistet, wenn es Weiterbildungsassistenten ermöglicht wird, auch bei ambulanten Operationen mitzuwirken. Pflegeeinrichtungen könnten dadurch reduziert werden, und mit dem Wegfall von pflegeintensiven Einrichtungen am Krankenhaus könnten Mittel eingespart werden, wobei allerdings sichergestellt sein muß, daß im Bereich der häuslichen Pflege eine adäquate Versorgung vorgehalten wird . . .
Dr. med. K. Gnad, Kreiskrankenhaus Ehingen, Spitalstraße 29, 89584 Ehingen
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote