ArchivDeutsches Ärzteblatt44/1997Operationen: Berufspolitisches Fiasko

SPEKTRUM: Leserbriefe

Operationen: Berufspolitisches Fiasko

Mellios, Nikos H.

Naturheilmittel Zu dem Beitrag "Ambulantes Operieren: In den roten Zahlen" von Dr. Harald Clade in Heft 39/1997:
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LNSLNS Zuerst herzliche Gratulation für diesen Leitartikel. Eine effektive Förderung des ambulanten Operierens kann ohne Stützung des Punktwertes nicht möglich und von der Politik auch nicht gewollt sein. Nach der INIFES-Studie, die im Auftrag des Bundesverbandes der Innungskassen durchgeführt wurde, können jährlich rund 1,5 Millionen Operationen aus dem stationären Bereich in den ambulanten Bereich verlagert werden und hierbei jährlich 3,3 Milliarden DM erspart werden. Diese müssen dann im Rahmen der Gesamtvergütung den ambulanten Operateuren der niedergelassenen Ärzte zugute kommen.
Die hohen Anforderungen für die ambulanten Operationen (Qualität, Facharztstandard, Baumaßnahmen, Personal, Risiko usw.) ohne garantierte "kostendeckende" Bezahlung dieser Leistungen waren von Anfang an eine große Falle für das ambulante Operieren und ein berufliches und finanzielles Abenteuer für die niedergelassenen Chirurgen und Anästhesisten. Wer ist verantwortlich für dieses berufspolitische Fiasko? Andererseits ist unverständlich und ungerecht, daß für die hausärztliche Grundvergütung ab 1. Juli 1996 ein fester Punktwert von 9,5 Pfennigen vereinbart und garantiert wird.
Die Honorarpolitik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist langsam in eine Sackgasse geraten. Die moralische Belastung für die niedergelassenen Ärzte und für die Patienten hat entsprechend ihren Höhepunkt erreicht. Weder das "Primärarztsystem" für die Hausärzte von Herrn Dr. med. Kossow noch die "sekundäre" Bezahung der erbrachten Leistungen für die Fachärzte kön- nen das bisherige dege- nerierte und dadurch ineffektive Krankenversorgungs- und Kassenabrechnungssystem im ambulanten Bereich auf die Dauer retten.
Dr. med. Nikos H. Mellios, Gartenstraße 26, 72074 Tübingen
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