ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2011Evidenzbasierte Therapie chronischer Beinulzera

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Evidenzbasierte Therapie chronischer Beinulzera

Evidence-Based Treatment of Chronic Leg Ulcers

Dtsch Arztebl Int 2011; 108(14): 231-7; DOI: 10.3238/arztebl.2011.0231

Kahle, Birgit; Hermanns, Hans-Joachim; Gallenkemper, Georg

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Hintergrund: Wunden, die trotz einer adäquaten Therapie innerhalb von drei Monaten keine Heilungstendenz zeigen oder nach zwölf Monaten nicht abgeheilt sind, stellen als „chronische Wunden“ eine therapeutische Herausforderung dar. Unter evidenzbasierter Medizin (EbM) wird der ausdrückliche Gebrauch der gegenwärtig besten wissenschaftlichen Evidenz für die Festlegung des therapeutischen Prozedere im individuellen Fall eines Patienten verstanden.

Methoden: In einer selektiven Literaturrecherche unter Einbeziehung aktueller Leitlinien und Metaanalysen wurden relevante diagnostische und therapeutische Strategien zur Wundbehandlung evaluiert.

Ergebnisse: Als kausale Therapieansätze gelten vor allem phlebochirurgische Maßnahmen zur Ausschaltung pathologischer Refluxe, Interventionen zur Verbesserung der Zirkulation bei arterieller Verschlusskrankheit sowie Therapie von Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus.

Schlussfolgerung: Ein modernes evidenzbasiertes Management chronischer Wunden sollte die eigene klinische Erfahrung mit der besten verfügbaren externen Evidenz verbinden. In diesem Kontext scheint die kritische Überprüfung der vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten chronischer Wunden im interdisziplinären Kontext angebracht. Das gilt in besonderem Maße für die Miteinbeziehung kausaler Therapieoptionen über die alleinige symptomatische stadiengerechte Lokalbehandlung der Wunden hinaus.

Chronische Wunden spielen nicht nur in spezialisierten Einrichtungen, sondern auch im haus- und fachärztlichen Alltag unterschiedlichster Disziplinen eine bedeutende Rolle. In erster Linie handelt es sich dabei um chronische Unterschenkelgeschwüre als Folge einer chronischen venösen Insuffizienz, die durch eine begleitende arterielle Makro- oder Mikroangiopathie kompliziert werden können. Die Daten der Bonner Venenstudie zeigen für das abgeheilte venöse Ulkus eine Prävalenz von 0,6 und für das floride Ulkus von 0,1 %. Diese Zahlen beziehen sich auf das untersuchte Kollektiv von 3 072 Probanden (1, e1). Moffat et al. zeigten im Jahr 2004 ähnliche Zahlen in einer Erhebung an 252 000 Londoner Bürgern (Prävalenz 0,45/1 000) (e2). Zahlenmäßig spielen ferner chronische Wunden im Rahmen eines Diabetes mellitus oder neuropathische Ulzera eine nicht zu unterschätzende Rolle. An einem Fußulkus leiden 2 bis 10 % aller Menschen mit Diabetes mellitus. Die Neuerkrankungsrate liegt jährlich bei 2,2 bis 5,9 %. Diese Daten beruhen auf Querschnittsuntersuchungen an Diabetikern (2, e3).

Wesentliche Grundlagen der vorliegenden Arbeit waren aktuelle evidenzbasierte Leitlinien. Es handelte sich dabei um die S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum der deutschen Gesellschaft für Phlebologie (3), die evidenzbasierte Leitlinie zum diabetischen Fußsyndrom der Deutschen Diabetes Gesellschaft (2) sowie die aktuelle nationale Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes-mellitus Präventions- und Behandlungsmaßnahmen für Fußkomplikationen (4). Die Leitlinien basieren auf aktuellen systematischen Literaturrecherchen, so dass auf eine erneute systematische Literaturrecherche unter Verwendung verschiedener Datenbanken verzichtet wurde. Zu einzelnen Themen erfolgte eine selektive Literatursuche in medizinischen Datenbanken (Pubmed, Cochrane Library) und medizinischen Fachzeitschriften.

Der Beitrag hat zum Ziel, gerade in Hinblick auf die Behandlung chronischer Wunden, das routinierte tägliche ärztliche Handeln nicht alltäglich werden zu lassen. Die Auseinandersetzung mit Aspekten der evidenzbasierten Medizin kann hilfreich sein, das eigene Tun im positiven Sinne kritisch zu hinterfragen und kausale Therapieoptionen vermehrt in das Konzept mit einzubeziehen.

Evidenzbasiertes Management

Ein evidenzbasiertes Management (EbM) wird als der bewusste, ausdrückliche und wohlüberlegte Gebrauch der jeweils besten Informationen für Entscheidungen in der Versorgung eines individuellen Patienten definiert (e4, 5). EbM impliziert den aktuellen Stand der klinischen Medizin auf Grundlage klinischer Studien und medizinischer Veröffentlichungen, die einen Sachverhalt erhärten oder widerlegen.

Da sich jedoch das gesamte medizinische Wissen derzeit alle fünf Jahre verdoppelt (6), ist auch der geübte Arzt zunehmend überfordert, das für ihn Bedeutende in der Fülle des be- und entstehenden Wissens zu bestimmen.

Für das Management von chronischen Wunden spielen in erster Linie Aussagen zur Evidenz hinsichtlich Diagnostik sowie Sicherheit und Wirksamkeit von Therapien eine Rolle.

Bezüglich therapeutischer Fragestellungen werden hierarchische Evidenzlevel und unterschiedliche Empfehlungsgrade unterschieden. Evidenzgrad und Empfehlung werden im weiteren Text in eckigen Klammern angegeben. Eine Einteilung der jeweiligen Evidenzlevel und Empfehlungsgrade findet sich in Tabelle 1 (gif ppt).

Chronische Wunden

Eine Wunde, die länger als drei Monate besteht, gilt als chronisch (7). Die klinisch bedeutsamsten chronischen Wunden aus epidemiologischer und gesundheitsökonomischer Sicht sind das Ulcus cruris venosum, Wunden und Wundheilungsstörungen im Rahmen eines Diabetes mellitus und Dekubitalulzera bei immobilen Patienten in reduziertem Allgemeinzustand (e5).

Allgemein beinhaltet evidenzbasiertes Management für chronische Wunden folgende Aspekte:

  • Erforderlich sind eine ausführliche Diagnostik, Anamnese und Befunddokumentation [III; B].
  • Relevante Daten sind Schmerzen, Sensibilisierungen und Tetanus Impfschutz, [I; A]
  • Eine bekannte Thrombophilie [I; A].

Eine Reduktion von Zink, Eisen, Folat, Albumin, Vitamin C und Selen infolge von Mangelernährung ist bei großen (> 100 cm²) Ulzerationen auszuschließen und gegebenenfalls auszugleichen (3).

Die Bedeutung der bakteriellen Besiedelung chronischer Wunden ist unklar wie der Einsatz von Antiseptika [IV; C]. Bei Wundinfektion werden Debridement, auch mittels Maden („Biochirurgie“) oder die Vakuum-Assistierte ClosureTechnik (VAC) empfohlen [Ib; A]. Ein Wund-Debridement wird jedoch generell empfohlen [III, B] ebenso die Aufrechterhaltung eines feuchten Wundmilieus [Ia, A].

Therapieresistente und/oder morphologisch auffällige Ulzerationen müssen histologisch abgeklärt werden [I, A].

Ulcus cruris venosum

Das venöse Ulkus entsteht als Folge der ambulatorischen venösen Hypertension bei chronischer venöser Insuffizienz (CVI). In der Regel entstehen die venösen Ulzerationen in Hautarealen, die die typischen Stigmata der CVI wie Hyperpigmentierung, Ekzemmorphen, Dermatosklerose oder Atrophie blanche aufweisen. Die Haut der Ulkusumgebung ist daher in typischer Weise trophisch verändert. Probleme bereiten therapierefraktäre Ulzera, die nach dreimonatiger Therapie keine Heilungstendenz aufweisen oder nach zwölfmonatiger adäquater Behandlung nicht abgeheilt sind. Die Angaben zur Evidenz des folgenden Abschnitts beziehen sich auf die S3-Leitlinie zu Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum (3).

Diagnostik

Prinzipiell ist beim Ulcus cruris eine ausführliche vaskuläre doppler- beziehungsweise duplexsonographische Diagnostik zu fordern. Die phlebologische Diagnostik dient neben der exakten Erfassung des Krankheitsbildes auch der Planung eines kausalen therapeutischen Prozedere [II; B].

Kausaler Therapieansatz

Als kausale Therapie steht die Reduktion der Druck- und Volumenüberlastung im Venensystem im Vordergrund (8) [Ia; A]. Das kann durch Kompressionstherapie (phlebologische Kompressionsverbände, medizinische Kompressionsstrümpfe) oder durch gezielte Ausschaltung pathologischer Refluxe erreicht werden (Tabelle 1).

Konservative Kausaltherapie

Die Kompressionstherapie gilt nach wie vor als Basistherapie des Ulcus cruris, deren Evidenz für die Abheilung venöser Ulzera in vielen Studien klar belegt ist (9). Mit zunehmendem Arbeitsdruck der Kompressionsverbände oder -strümpfe steigt dabei die Abheilungs- und sinkt die Rezidivrate [Ia; A]. In einer Metaanalyse konnte gezeigt werden, dass eine adäquate Kompressionstherapie nicht nur für die Abheilung eines venösen Ulcus cruris relevant ist, sondern dass darüber hinaus die Weiterführung der Kompression nach Ulkusheilung maßgeblich für das rezidivfreie Intervall ist.

Beim venösen Ulkus haben sich Kompressionsstrümpfe bewährt (10). Der Vorteil der Kompressionsstrumpftherapie beim Ulcus cruris venosum besteht einerseits in der Konstanz des Andruckes durch den Strumpf und andererseits in der besseren Compliance der Patienten (e6) [Ia; A].

Operative Kausaltherapie

Ziel ist die Ausschaltung epifaszialer Refluxstrecken, da diese sowohl die Wundheilung behindern als auch die Ulkusrezidivquote wesentlich erhöhen. Die Effekte von Varizen ausschaltenden Maßnahmen auf die venöse Hämodynamik lassen sich duplexsonographisch, plethysmographisch oder mittels direkter Venendruckmessung erfassen.

Für alle Arten refluxausschaltender Maßnahmen konnte ihre Wirksamkeit in Hinblick auf eine beschleunigte Ulkusheilung belegt werden (11). Das bedeutet, dass die Behandlung in Abwägung individueller Vor- und Nachteile durch die jeweilige Intervention gewählt werden kann. Sowohl die klassischen operativen Methoden als auch endovaskuläre-thermische Verfahren (e7, 12) und die (Schaum-)Sklerotherapie (13) stehen zur Auswahl [Ib; A]. Der Vorteil einer Sanierung des epifaszialen Venensystems in Bezug auf die Abheilung eines Ulcus cruris venosum und in Bezug auf die Verlängerung des rezidivfreien Intervalls ist bei Patienten mit einem insuffizienten tiefen Venensystem geringer als bei Patienten mit einem suffizienten tiefen Venensystem [IIa; B].

Die hämodynamische Bedeutung insuffizienter Perforansvenen und die Relevanz der isolierten Therapie derselben ist nicht geklärt [Ia; A].

Operative Ulkustherapie

Soweit im Ulkusbereich eine trophische Störung (Dermatolipofasziosklerose) vorliegt ist die radikale Abtragung des gesamten trophisch gestörten Gewebes mit anschließender Defektdeckung empfehlenswert. [II; B]. Die Methode der tangentialen Gewebeabtragung ist als Shavetherapie etabliert (Abbildungen 1 jpg ppt und 2 jpg ppt). Die Ulkusheilung wird dadurch beschleunigt. Die gleichzeitige Entfernung der Faszia cruris ist fakultativ und wird kontrovers diskutiert (14, 15) [III; B].

Eine Defektdeckung mittels autologem Mesh-graft ist einer Vollhauttransplantation und einer Transplantation von freien vaskularisierten muskulo-faszio-kutanen-Lappen vorzuziehen, da sie bei geringerem Aufwand vergleichbare Ergebnisse erzielt [III; B].

Symptomatische Therapie

Die Anforderungen an den optimierten Wundverband sind in Kasten 1 (gif ppt) aufgeführt.

Als geeignete Verbandsstoffe werden zum Beispiel angeboten: wirkstofffreie Fettgazen, Schaumstoffe, Alginate, Hydrogele, Hydrokolloide und hydroaktive Verbände. Ein genereller Vorteil von Wundauflagen, die ein sogenanntes „feuchtes Wundmilieu“ ermöglichen, ist belegt. Einigkeit herrscht auch über die Notwendigkeit eines entsprechenden Gleichgewichts im Feuchtigkeitsgehalt des Verbandes. Es besteht „Evidenz“, über die Schmerzreduktion unter hydrokolloidalen und Schaumstoff-Wundverbänden [Ia; A]. Eine prinzipielle Überlegenheit einer bestimmten Wundauflage gegenüber anderen wurde bislang nicht gefunden (16) [Ia; A]. Bei Ulkuspatienten ist auf eine deutlich erhöhte Sensibilisierungsrate auf Externa und deren Inhaltsstoffe zu achten [I; A]. So besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Typ-IV-Allergien in Form von allergischen Kontaktekzemen in der Ulkusumgebung.

Chronische Wunden bei Diabetes mellitus

Im Rahmen eines Diabetes mellitus können schlecht heilende Ulzerationen, vorwiegend im Bereich der Füße, auftreten. Häufig steht am Ende der Behandlung eine Amputation (2, e3). Das Risiko von Nachamputationen bei Diabetikern ist hoch. In einer Langzeitstudie betrug das kumulative Risiko reamputiert zu werden 27 % nach einem Jahr, 48 % nach 3 Jahren und 61 % nach 5 Jahren (17). Die Risikofaktoren für ein diabetisches Fußulkus sind in Tabelle 2 (gif ppt) aufgeführt. Besonders bedeutsam ist die periphere sensomotorische Neuropathie [III; B]. Oft ist die Polyneuropathie ohne begleitende Gefäßerkrankung kausal relevant. Infolge repetitiver Traumata, die oft nicht wahrgenommen werden, entwickelt sich überschießende Hornhaut (Schwiele, Kallus) (Abbildung 3 jpg ppt). Darunter kommt es infolge persistierend einwirkender Druck- und Scherkräfte zur Entwicklung subkeratotischer Hämatome. Zuletzt entwickelt sich an den exponierten Stellen eine Ulzeration (e8). Wichtigster Auslöser einer Fußulzeration ist ungeeignetes Schuhwerk [II; A]. Die Angaben zur Evidenz des folgenden Abschnitts beziehen sich auf der Nationalen Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes sowie auf die Leitlinie zum diabetischen Fußsyndrom der Deutschen Diabetes Gesellschaft (2, e3, 4).

Diagnostische Abklärung

Wie beim venösen Ulkus ist auch bei diabetischem Fuß eine vaskuläre Abklärung der extremitätenversorgenden Gefäße zu fordern. Vorrangig sollten die arteriellen Doppler-Verschlussdrücke mit Berechnung des Knöchel-Arm-Index gemessen werden [II; B], wobei eine potenzielle Mediasklerose berücksichtigt werden muss.

Die Diagnosekriterien für eine diabetische Neuropathie mit spezieller Relevanz hinsichtlich des diabetischen Fußsyndroms umfassen analog dem Neuropathie Defizit Score (NDS) die Überprüfung des Achillessehnenreflexes, des Vibrations-, des Schmerz-, des Temperatur- und des Berührungsempfindens. Zur Erfassung der Tiefensensibilität dient die Überprüfung des Achillessehnenreflexes mit einem Reflexhammer. Das Vibrationsempfinden wird mit Hilfe der Biothesiometrie untersucht. Sie hat einen hohen prädiktiven Wert für die Ulkusentstehung (e9) [III; A]. Die Stimmgabel nach Rydell-Seiffer stellt hierzu eine einfache und praktikable Alternative dar [Ib; A]. Die Differenzierung der neuropathischen und arteriellen Risikofaktoren ist sinnvoll. Es sollte ferner eine Klassifizierung der Wunde nach Wagner und Armstrong erfolgen. Die gebräuchliche Klassifikation nach Wagner beschreibt diabetische Fußulzera nach dem Ausmaß der vorhandenen Gewebezerstörung. Das University of Texas Wound Classification System (sogenannte „Armstrong-Klassifikation“), ist der Wagner-Klassifikation durch zusätzliche Beschreibung von Infektion und Ischämie hinsichtlich der Abschätzung des erreichbaren Behandlungsergebnisses überlegen (Tabelle 3 gif ppt) (18).

Vaskuläre Kausaltherapie

Bei nachgewiesener, hämodynamisch relevanter, peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) sollte eine entsprechende systemische Therapie [Ia; A], interventionelle oder operative revaskularisierende Maßnahme durchgeführt werden [III; A].

Biomechanische Optionen/Druckentlastung

Mehrere Studien bestätigen die Bedeutung der Druckentlastung für die Abheilung diabetischer Ulzera [III; B]. Weiterhin ist die Patientenschulung entscheidend [II; A]. Der Patient muss verstehen, dass selbst einige wenige gewichtsbelastende Schritte auf einem ulzerierten Fuß eine Heilung verhindern können. Die Effektivität des biomechanischen Ansatzes hängt also maßgeblich von der Compliance des Patienten ab.

Eine wichtige Studie zur Druckentlastung zeigte mit versteckten Aktivitätsmonitoren in einem zweischaligen Vollkontakt-Gips (TCC), dass der TCC im Schnitt nur während 28 % der täglichen Aktivität tatsächlich getragen wurde (e10). Sehr gute Daten liegen für den nicht-abnehmbaren Cast oder Walker vor. Es zeigten sich hervorragende Abheilungsquoten bei zwei nicht-abnehmbaren Entlastungshilfsmitteln, ohne Unterschied zwischen einem TCC und einer zusätzlich fixierten konfektionierten Gehorthese (19) [III; A].

Symptomatische Therapie

Für die Lokaltherapeutika gelten dieselben Richtlinien wie beim chronischen venösen Ulkus. Die Amputation ist als symptomatische Option zu bewerten, wenn trotz konsequenter kausaler Therapie keine Verbesserung erreicht werden konnte oder wenn die Gefahr einer schweren systemischen Infektion, ausgehend von der Wunde, besteht [III; B].

Sekundärprophylaxe

In Hinblick auf die hohen Rezidivraten und das hohe Risiko, ein weiteres Fußulkus zu bekommen, spielt bei Diabetikern die Sekundärprophylaxe eine entscheidende Rolle. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen werden entsprechend dem jeweiligen Risikoprofil empfohlen (Tabelle 4 gif ppt). Wichtig ist, den Patienten für seine Erkrankung und die Bedeutung einer adäquaten Druckentlastung zu sensibilisieren.

Dekubitalulzera der Beine

Ein Dekubitus ist eine lokalisierte Schädigung der Haut und/oder des darunter liegenden Gewebes in der Regel über einem knöchernen Vorsprung, als Folge von Druck, Scherkräften und/oder Reibung. Entsprechend der Definition des European Pressure Ulcer Advisory Panel werden Dekubitalulzera in vier Stadien eingeteilt (Kasten 2 gif ppt).

Eine Reihe von Störfaktoren sind mit einem Dekubitus assoziiert, deren Bedeutung noch nicht abschließend geklärt wurde (20). Zwar werden Risikoevaluierungen empfohlen, randomisiert kontrollierte Studien, die ihren Nutzen belegen würden, sind allerdings bislang nicht publiziert worden (20). Der wichtigste endogene Risikofaktor für die Entwicklung eines Beinulkus ist die periphere sensomotorische Neuropathie, wie sie zum Beispiel im Rahmen eines Diabetes mellitus auftritt. Mit hoher Evidenz belegt ist einzig die Tatsache, dass eine Druckentlastung durch Umlagerung vor einem Dekubitus schützt und dass Matratzen mit höherer Spezifikation schützender wirken als Standardschaummatratzen (21) [III; B]. Auch wenn die Problematik und ihre Prävention und Behandlung sonst prinzipiell bekannt und anerkannt ist, gibt es dennoch keine gute, durch entsprechende Studien belegte Evidenz bezüglich diagnostischer und therapeutischer Ansätze (21, 22). Die folgenden Bemerkungen stützen sich im Wesentlichen auf Expertenmeinungen, Fall-Kontrollstudien oder randomisiert, kontrollierte Studien mit geringer Aussagekraft. Eine Ausnahme stellt die Anwendung von elektrischer Stimulierung dar, die nachweislich die Wundheilung beim Dekubitus fördern kann (e11).

Die Prävention einer Druckschädigung der Haut und des darunter liegenden Gewebes stellt einen wesentlichen Behandlungsaspekt bei gefährdeten Patienten dar. Entscheidend ist eine adäquate Risikobewertung und anschließende Risikoreduktion (23).

Konservative Kausaltherapie

Grundlage jeder Behandlung eines Dekubitus ist die gezielte lokale Druckentlastung, durch Lagerung und den Einsatz von Hilfsmitteln (24). Im Gegensatz dazu scheint die Wundreinigung keine entscheidende Rolle zu spielen (e12).

Operative Kausaltherapie

Bei Dekubitalulzera ab Stadium II, die unter konservativen Maßnahmen nicht abheilen, sind operative Strategien zu erwägen. Ist durch ein chirurgisches Débridement keine Abheilungstendenz unter Einsatz der vorgenannten konservativen Maßnahmen erreichbar, ist gegebenenfalls eine plastisch-chirurgische Rekonstruktion angezeigt. Die operativen Maßnahmen müssen im Kontext zum Allgemeinzustand des Patienten geplant und vorgenommen werden. Insbesondere spielen bei geriatrischen Patienten multiple Begleiterkrankungen eine Rolle.

Symptomatische Therapie beziehungsweise Lokaltherapie

Für die Lokaltherapeutika ist die absolute Druckentlastung für die Wundheilung entscheidend, sonst gelten dieselben Richtlinien wie beim chronischen venösen Ulkus (24).

Fazit

Die Behandlung von chronischen Wunden an den unteren Extremitäten stellt nach wie vor eine therapeutische Herausforderung dar. Es besteht eine klare Evidenz dahingehend, dass eine kausale Therapie im Vordergrund stehen sollte. Unabdingbar ist daher zu Beginn der Behandlung eine umfassende diagnostische Abklärung unter Einbeziehung der vaskulären, metabolischen und physikalischen Aspekte.

Bei vorwiegend venös bedingten Ulzera spielt die Reduktion der venösen Hypertonie eine entscheidende Rolle, wobei die Kompressionstherapie einen besonderen Stellenwert innehat. Vielversprechend sind moderne Ulkus-Strumpf-Systeme, die von verschiedenen Herstellern angeboten werden. Dennoch sind Optionen wie die plastisch-chirurgischen Maßnahmen wie auch die Shaveoperation beim venösen Ulkus, die „nur“ ein Evidenzlevel III aufweist, wichtige Bestandteile des Gesamttherapieplans.

Bei neuropathischen, diabetischen oder physikalisch bedingten Druckulzera steht die entsprechende Druckentlastung im Vordergrund.

Interessenkonflikt
Priv.-Doz. Kahle erhielt Sponsoring von Tagungen von folgenden Firmen:
Bauerfeind AG Phlebologie, Biolitec AG; Covidien Deutschland GmbH VNUS Medical Technologies, medi GmbH & Co. KG, Villa sana GmbH & Co. medizinische Produkte KG, Leo Pharma GmbH, Fa. Stiefel GmbH, Sigvaris GmbH, Chemische Fabrik Kreussler GmbH, GE Ultraschall Deutschland GmbH&Co KG.
Sie erhielt finanzielle Unterstützung für die Teilnahme beziehungsweise Durchführung von Studien und Anwendungsbeobachtungen von folgenden Firmen: Bauerfeind AG Phlebologie, BSN-JOBST GmbH, Chemische Fabrik Kreussler GmbH, Karl Beese GmbH & Co KG, Söring GmbH Medizintechnik, Paul Hartmann AG, URGO GmbH, OM Pharma, medi GmbH & Co. KG,Villa sana GmbH & Co. medizinische Produkte KG, Chemische Fabrik Kreussler GmbH, Böhringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG. Des Weiteren wurde sie für Vortragstätigkeiten unterstützt von: Bauerfeind AG Phlebologie, Johnson und Johnson, Ethicon, BSN-JOBST GmbH, Medi GmbH & Co KG, und Chemische Fabrik Kreussler GmbH.

Dr. Hermanns und Dr. Gallenkemper erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 26. 4. 2010, revidierte Fassung angenommen: 30. 11. 2010

Anschrift für die Verfasser
PD Dr. med. Birgit Kahle
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Lübeck
Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie
Ratzeburger Allee 160 (Haus 10)
23538 Lübeck

Summary

Evidence-Based Treatment of Chronic Leg Ulcers

Background: Chronic leg ulcers are defined as those that show no tendency to heal after 3 months of appropriate treatment or are still not fully healed at 12 months. In this article, we present an approach to the challenging problem of chronic leg ulcers that is based on the principles of evidence-based medicine, i.e., the explicit use of the best ava-ilable scientific evidence as a guide to treatment.

Methods: Selective review of the relevant literature, including current guidelines and meta-analyses, concerning diagnostic and therapeutic strategies for chronic leg ulcers.

Results: The main types of causally directed treatment are: vein surgery to eliminate pathological reflux, interventions to improve the circulation in arterial occlusive disease, and treatment of underlying diseases, such as diabetes mellitus.

Conclusion: Physicians providing modern evidence-based management of chronic leg ulcers should make use of their own clinical experience in combination with the best current scientific evidence. It seems clear that the many available treatment options should be evaluated critically in an interdisciplinary setting. In particular, causally directed treatment must be provided in addition to symptomatic, stage-based local wound treatment.

Zitierweise
Kahle B, Hermanns HJ, Gallenkemper G: Evidence-based treatment of chronic leg ulcers. Dtsch Arztebl Int 2011; 108(14): 231–7. DOI: 10.3238/arztebl.2011.0231

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit1411

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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