ArchivDeutsches Ärzteblatt44/1997Erhöhtes Melanomrisiko durch Photochemotherapie

MEDIZIN: Referiert

Erhöhtes Melanomrisiko durch Photochemotherapie

mll

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LNSLNS Die Photochemotherapie mit systemischer Photosensibilisierung durch orale Psoralengaben (Methoxsalen) und nachfolgender UVABestrahlung (PUVA) ist eine wirksame Behandlungsmethode bei schwerer Psoriasis. Diese Therapie ist jedoch auch mit Risiken behaftet. Die PUVA-Behandlung ist mutagen und erhöht das Risiko der Entstehung von Plattenepithelkarzinomen der Haut. Ferner können unregelmäßig pigmentierte Hautveränderungen entstehen.
Eine amerikanische Arbeitsgruppe untersuchte in diesem Zusammenhang das Melanomrisiko von Patienten, die wegen Psoriasis mit einer PUVA-Therapie behandelt worden waren. Die Autoren analysierten die Daten von insgesamt 1 380 Patienten, welche im Jahre 1975 und 1976 erstmals einer Photochemotherapie unterzogen wurden. Hierbei wurden prospektiv das Auftreten von Melanomen ermittelt und die Häufigkeit der PUVABehandlungen dokumentiert.
Im Zeitraum von 1975 bis 1990 wurden vier maligne Melanome diagnostiziert. Das Erkrankungsrisiko für diesen Zeitraum entsprach somit ungefähr dem der Gesamtbevölkerung. Für den späteren Zeitraum von 1991 bis 1996 wurde mit insgesamt sieben Neuerkrankungen ein erhöhtes Melanomrisiko ermittelt. Somit steigt etwa 15 Jahre nach der ersten Photochemotherapie das Risiko des malignen Melanoms merklich an. Hierbei müssen insbesondere diejenigen Patienten mit einem deutlich höheren Risiko leben, welche sich 250 oder mehr PUVABehandlungen unterzogen haben. mll


Stern RS et al.: Malignant melanoma in patients treated for psoriasis with methoxsalen (psoralen) und ultraviolet A radiation (PUVA). N Engl J Med 1997; 336: 1041-1045.
Dr. Stern, Department of Dermatology, Beth Israel Deaconess Medical Center and Harvard Medical School, 330 Brookline Ave, Boston, MA 02215, USA.

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