ArchivDeutsches Ärzteblatt44/1997Wirksamkeit von Diclofenac: Auch eine Frage der Galenik

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Wirksamkeit von Diclofenac: Auch eine Frage der Galenik

Dietz, Gisela

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LNSLNS In der Schmerztherapie haben nichtsteroidale Analgetika einen festen Platz. Zu den am häufigsten verordneten Wirkstoffen gehört Diclofenac. Pharmakokinetische Eigenschaften und unerwünschte Nebenwirkungen der Substanz erfordern spezielle Verarbeitungsmethoden. Eine Anwendungsbeobachtung, vorgestellt auf dem
8. Deutschen Ärztekongreß in Dresden, bestätigt den Zusammenhang zwischen Galenik und besserer Wirksamkeit für Rewodina® Dual (Arzneimittelwerk Dresden).
Diclofenac ist seit langem ein bewährter Wirkstoff zur Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen vor allem bei Arthritiden und Weichteilrheumatismus. Besonders bei oraler Anwendung beeinflussen seine pharmakokinetischen Eigenschaften die Wirksamkeit. Der Wirkstoff ist nicht vollständig bioverfügbar. Etwa 30 Prozent der Substanz werden bei der primären Leberpassage metabolisiert. Außerdem weist Diclofenac eine relativ kurze Eliminationshalbwertszeit von zwei bis drei Stunden auf. Eine möglichst lange Wirkungsdauer (Schmerzlinderung) wird dadurch verhindert. Um diese Eigenschaften und unerwünschte Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich auszugleichen, entstand in den vergangenen Jahren die klassische, galenische Darreichungsform als säurefest ummanteltes Dragee.
In der ärztlichen Praxis gibt es mit dieser Arzneiform nach Auskunft von Prof. Kay Brune (Universität Erlangen) immer wieder Probleme. Unzureichende Auflösung der Dragees und daraus resultierende Anreicherungen des Diclofenac im Magen führen zu Schwankungen des Plasmaspiegels und unzuverlässiger Wirksamkeit. Außerdem verhindert die Drageehül- le einen möglichst schnel- len Wirkungseintritt. Diese Nachteile machten die Suche nach neuen Verarbeitungsmethoden und galenischen Darreichungsformen des Diclofenac erforderlich.
Ein Beispiel ist das Präparat Rewodina® Dual. Es enthält einen Anteil von 25 Milligramm Diclofenac in Form von magensaftresistent umhüllten Mikropellets. Dieser Anteil wird schnell vollständig freigesetzt und führt zu einem raschen Wirkungseintritt. Ein zusätzlicher Retardanteil von 50 Milligramm sichert die Wirksamkeit über einen Zeitraum von zwölf bis 24 Stunden. In einer Anwendungsbeobachtung mit 2 533 Patienten wurden Wirk- samkeit und Verträglichkeit des Präparates dokumentiert. Über einen Zeitraum von vier Wochen behandelten die Ärzte überwiegend Rückenerkrankungen, Arthrosen, Entzündungen, Osteopathien und Weichteilrheumatismus. Die Kriterien Schmerzlinderung, Rückgang von Entzündungszeichen und subjektive Befindlichkeit der Patienten standen bei der Beobachtung im Vordergrund. In allen drei Bereichen konnten gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Die Ärzte führten das Resultat auf die neue galenische Form des Präparats zurück. Gisela Dietz
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