ArchivDeutsches Ärzteblatt12/1996ICD-10: Noch lange nicht vom Tisch

SPEKTRUM: Leserbriefe

ICD-10: Noch lange nicht vom Tisch

Derks, Axel

Wir haben in Sachen IDC-10 erneut eine Vielzahl von Briefen bekommen, überwiegend ähnlichen: Inhalts. Stellvertretend die drei folgenden Zuschriften
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LNSLNS Da mutet man zum 1. Januar 1996 den ohnehin mit neuer Gebührenordnung geplagten Kassenärzten die Verpflichtung mit dieser völlig insuffizienten ICD-10 zu, zeigt den drohenden Finger, daß, wenn die Verschlüsselung nicht in einer gesetzten Frist vollzogen sei, mit Honorarabschlägen zu rechnen sei. Und jetzt, vier Wochen nachdem sich die Mehrzahl der geplagten Kassenärzte samt Personal diesem Gesetz gebeugt und kräftig verschlüsselt hat, flattert ihnen ein lapidares Schreiben ihrer zuständigen Landes-KV ins Haus mit dem Grundtenor: "Diesmals war’s noch nichts, versuchen Sie es in zwei Jahren noch einmal! Ätsch!" Und für unsere Herren Schorre et alii ist "das Problem vom Tisch".
Das Problem ist noch lange nicht vom Tisch! Da machen es sich diese Herren zu einfach, denn genauso, wie sie durch ihr angebliches Engagement diese ICD jetzt erst vier Wochen nach deren Einführung ausgebremst glauben, hätten sie sie mit etwas mehr Engagement vier Wochen vor ihrer Einführung am 1. Januar 1996 verhindern können. Aber da klopft man sich lieber auf die schmalen Schultern und läßt die dummen Kassenärzte und ihr Personal fünf Wochen bis tief in die Nacht verschlüsseln. Wer ersetzt den Kassenärzten den finanziellen Ausfall, der durch diesen Zeitaufwand bei ihnen und ihrem Personal entstanden ist? Wer zahlt die Literatur oder Software, die man sich hierfür angeschafft hat, wer zahlt die Seminare, die man hierfür besucht hat, wer zahlt die Überstunden des Personals? . . . Dr. med. Axel Derks, Obere Dorfstraße 58, 97258 Gülchsheim
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