ArchivDeutsches Ärzteblatt44/1997Rückkehr der Steinlaus

VARIA: Schlusspunkt

Rückkehr der Steinlaus

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Alle ihre Freunde können aufatmen: Die Steinlaus ist wieder da. Aufgrund neuester Beweise ihrer Existenz hat sich die Pschyrembel-Redaktion offenbar entschlossen, ihr in der jetzt erschienenen 258. Auflage des "Klinischen Wörterbuches" erneut einen Beitrag zu widmen. Darin heißt es: "Seit dem ersten Auftreten (1983; 255. Auflage dieses Werkes) und den Anfängen der Petrophagologie wird die Steinlaus nun vorwiegend dem großstadtarchitektonischen Biotop zugeordnet, und das medizinische Interesse beschränkt sich auf die Nieren-Steinlaus (Petrophaga nephrotica), Blasen-Steinlaus (Petrophaga vesicae), Gallen-Steinlaus (Petrophaga cholerica). Das Ausbleiben von Beobachtungen nach 1989 (256. Auflage) scheint einerseits die Theorie zu bestätigen, nach der die Steinlaus den Fall der Berliner Mauer nicht nur ausgelöst, sondern dadurch auch zugleich zur Vernichtung ihrer Existenzgrundlage beigetragen habe. Da jedoch gerade gefährdete und umstrittene Existenzen wie die der Steinlaus erfahrungsgemäß eine besonders starke Überlebenskraft im Rahmen der natürlichen Auslese beweisen, war die Folgerung, die Steinlaus sei dem Artensterben zum Opfer gefallen und ihre Stelle im Alphabet dieses Werkes werde vakant bleiben, von Anfang an von zweifelhafter Schlüssigkeit." Tatsächlich sei eine Spezies der Steinlaus unter Aussparung der Großbaustelle Berlin 1996 in einer bayerischen Klinik aufgetreten und als Petrophaga hospitalis Cranacensis beschrieben - allerdings nicht, wie der Name vermuten ließe, in der Inneren Abteilung, sondern, "umweltfreundlich domestiziert, im Rahmen von Bauarbeiten". Ein Foto zeigt die Schuttzerkleinerungsmaschine, in der die gebändigten Steinlauskolonien leben und ihre Tätigkeit verrichten. Kli
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