ArchivDeutsches Ärzteblatt45/1997Säuglingsnahrung auf Sojabasis enthält Phytoöstrogene

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Säuglingsnahrung auf Sojabasis enthält Phytoöstrogene

Bühring, Petra

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LNSLNS Säuglinge, die mit auf Sojabohnen basierender Milch ernährt werden, nehmen Mengen an Phytoöstrogenen zu sich, die in Relation zum Körpergewicht sechs- bis elfmal höher sind als die Dosis, die normalerweise bei Erwachsenen eine hormonelle Wirkung zeigen würde. Um die Menge an Phytoöstrogenen zu ermittelten, die ein mit Sojamilch ernährter Säugling täglich zu sich nimmt, wurde die IsoflavonZusammensetzung von 25 randomisierten Proben fünf kommerziell erhältlicher Sojamilchmarken untersucht. Eine Blutuntersuchung bei vier Monate alten Säuglingen - jeweils eine Gruppe mit Kuhmilch gefütterter, eine mit Muttermilch versorgter und eine Gruppe, die nur mit Sojamilch ernährt wurde - brachte folgendes Ergebnis: Die Konzentration zweier biologisch aktiver Phytoöstrogene, Genistein und Diadzein, war im Blut der mit Sojamilch ernährten Säuglinge beträchtlich höher als im Blut der übrigen beiden Gruppen, eben in Relation zum Körpergewicht sechs- bis elfmal höher als die Dosis, die normalerweise bei Erwachsenen eine hormonelle Wirkung hätte. Die Konzentration der Isoflavone im Blut der mit Sojamilch ernährten Säuglinge war 13 000- bis 22 000mal höher als die Plasma-Östradiol-Konzentration. Dies könnte für einen biologischen Effekt ausreichen. Obwohl es bislang keinen Beweis für eine schädigende Wirkung der auf Soja basierenden Säuglingsnahrung gibt, sollten in Folgestudien die Konsequenzen einer Phytoöstrogenexposition im Säuglingsalter untersucht werden. pb


Setchel KDR, Zimmer-Nechemias L, Cai J, Heubi JE: Exposure of infants to phytooestrogens from soy-based infant formula. Lancet 1997; 350: 23-27.
Clinical Mass Spectrometry Center and Division of Gastroenterology and Nutrition, Children’s Hospital Medical Center, 3333 Burnet Avenue, Cininnati, Ohio 45229, USA.

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