VARIA: Technik für den Arzt

Digitale Fotografie

Orbach, Heinz

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LNSLNS Die technische Machbarkeit der digitalen Fotografie ist eigentlich recht einfach; Man nimmt einen CCD-Chip, so wie er in jeder Videokamera zu finden ist, baut um diesen Chip einen Fotoapparat - schon ist die digitale Kamera fertig. Ganz so einfach ist das allerdings nicht. In der Sekunde zeigt die Videokamera 25 Bilder, sogenannte Laufbilder. Diese erscheinen scharf. Wenn man eine S-Videokamera verwendet und auch den SVideorecorder, ist das Bild "schärfer" als das Fernsehbild. Jedes einzelne Bild ist "ausdruckbar". Wer über einen solchen Drucker verfügt, hat sekundenschnell ein Bild. Die Entäuschung ist dann allerdings groß, denn von "Schärfe" ist nichts zu sehen. Der Grund: die Auflösung des CCD-Chips ist für ein "Standbild" nicht groß genug. Die Pixel des CCD-Chips sind kleine Kreise. Legt man viele Kreise nebeneinander, so bleiben "Flächen" übrig, eben die Räume zwischen den Kreisrändern. Aus der Sicht des Bildaufbaus ist das verschenkter Raum. Für die optimale Ausnutzung teilt man die Fläche in Rechtecke oder Quadrate auf. Der Chip reagiert auf grünes Licht empfindlich; man muß also, gleichmäßig verteilt, Farbfilter für Rot und Blau auf die lichtempfindlichen Flächen aufdampfen, um Farben darstellen zu können. Gleichgültig ist es auch nicht, ob die Flächen quadratisch oder rechteckig sind. Der Algorithmus, die Signalumwandlung, ist für den Bildaufbau von Bedeutung, besonders an den Bildrändern. Die Signale kleiner Quadradate ergeben an ihren Rändern "schärfere" Bilder. Bei der Herstellung dieser Chips gibt es viel Ausschuß. Dieser ist um so größer, je größer der Chip ist. Bei den Videokameras ist es nicht erforderlich, Objektive hoher Leistung zu verwenden, die Kameras können keine Bilder mit hoher Auflösung liefern. CCD-Chips
Anders ist die Situation bei digitalen Kameras. Hier kommt es auf hohe optische Leistung der Objektive an. Es gibt Hersteller von digitalen Kameras, die in der Tat CCD-Chips einbauen, wie sie in Camcordern zu finden sind. Gleichermaßen gibt es Hersteller, die Objektive verwenden, deren Qualität nicht der Leistung des Chips gerecht wird. Der Käufer sieht einer Kamera nicht an, welche Güte das Objektiv aufweist oder welche Auflösung der Chip hat. Die Angaben der Hersteller von 350 000 oder 420 000 Pixel sagen nur bedingt etwas über die zu erwartende Schärfe des Bildes aus. Aufbau des Chips und Leistung des Objektivs sind entscheidend. Ist das Bild geschossen, hat die Kamera den analogen Vorgang, die "Belichtung" des Chips, die Speicherung der elektrischen Signale und die Umwandlung der analogen Signale in digitale vollzogen. (Über "Digitalisieren" berichteten wir in DÄ, Heft 6/1997.) Die Signale, die das Bild ergeben, sind in einem Speicher abgelegt, etwa wie auf einer Diskette. Bei einigen Kameras kann man das Bild direkt in den PC laden, betrachten und bearbeiten. Jede digitale Aufnahme muß bearbeitet werden. Die dazu erforderliche Software liefern die Kamerahersteller mit. Für etwa 300 DM gibt es ein Kartenlesegerät. Die Disc, auf der man bei der Aufnahme das Bild speicherte, wird mit Hilfe des Kartenlesegerätes in den PC eingelesen. Digitalisierte Daten lassen sich weltweit verschicken, auch als email zu Verwandten oder Freunden. Nicht anders geht es mit den digitalen Fotos. Die schlichte Version eines Druckers kostet 400 bis 800 DM. Für einige tausend DM gibt es Drucker, deren Ausdrucke man sehr genau anschauen muß, um den Unterschied zwischen einem konventionellen Foto oder einem digital geprinteten Bild festzustellen. Die letzte photokina war "übersät" mit Anbietern digitaler Kameras. Die "Großen" waren ebenso dabei wie viele "Kleine". Dr. med. Heinz Orbach
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