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LNSLNS Prof. Dr. rer. nat. Felix H. Schmidt, ehemaliger Leiter der Abteilung Stoffwechsel der Boehringer Mannheim GmbH, starb am 27. Juli im Alter von 69 Jahren.
Schmidt studierte nach dem Zweiten Weltkrieg an der Universität in Jena Chemie. Während der anschließenden wissenschaftlichen Tätigkeit am dortigen Institut für Physiologische Chemie nahm er zusätzlich das Medizinstudium auf. Aufgrund politischer Kontroversen konnte er es jedoch nicht vollenden und mußte 1958 die damalige DDR verlassen. Danach setzte er seine Tätigkeit in der Arzneimittelforschung der Firma Boehringer Mannheim GmbH in Mannheim fort. Er entwickelte und erweiterte die ihm unterstellte Stoffwechselabteilung zu einer Forschungsstätte von internationalem Rang. Seine Arbeit konzentrierte sich auf Diabetes und Lipidstoffwechselstörungen, sowohl auf den labordiagnostischen Nachweis als auch auf das Auffinden und die Entwicklung wichtiger Präparate für deren Behandlung. Seiner erfolgreichen Tätigkeit ist sowohl die Entwickung der enzymatischen Bestimmung des Blutzuckers (Hexokinase-Methode) und der Triglyzeride als auch die Entwicklung des Antidiabetikums Euglucon® und des Lipidregulators Cedur® zuzuschreiben.
Daneben war Schmidt als akademischer Lehrer auf dem Gebiet der Biochemie und Pathophysiologie im Klinikum Mannheim der Universität Heidelberg tätig. Seine besondere Aufmerksamkeit galt dem Lesser-LoeweKolloquium, das als Zielsetzung eine Verbindung zwischen Grundlagenforschung und Klinik herzustellen hat. Das Weiterbestehen dieser wissenschaftlichen Vortragsreihe konnte durch Gründung der Lesser-LoeweFoundation, deren Vorsitz er seit einem Jahr führte, abgesichert werden. EB


Prof. Dr. med. Raimund Kaufmann, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Lasermedizin der Universität Düsseldorf, starb am 1. September im Alter von 63 Jahren in Düsseldorf.
Prof. Kaufmann, in Königsberg geboren, studierte Physik und Humanmedizin und wurde 1959 zum Dr. med. promoviert. Stationen seines wissenschaftlichen Wirkens waren das Physiologische Institut der Universität Freiburg und die Medizinische Fakultät der Universität Hue (Südvietnam), an deren Aufbau er im Rahmen eines Kulturhilfeprojektes des Auswärtigen Amtes wesentlich beteiligt war. 1963 kehrte er nach Freiburg zurück und arbeitete zunächst in der Kardiologischen Grundlagenforschung. 1967 Habilitation, 1972 Ernennung zum außerplanmäßigen Professor und Berufung auf den Lehrstuhl für Klinische Physiologie der Heinrich-HeineUniversität Düsseldorf. Dort setzte er die Grundlagenforschung fort und begann mit neuen methodischinstrumentellen Entwicklungen, so unter anderem der Laser-MikrosondenMassenanalyse, der Laser-DopplerSpektroskopie sowie anderer optischer Verfahren. 1991 wurde Prof. Kaufmann zum Direktor des ersten Instituts für Lasermedizin in Nordrhein-Westfalen ernannt.


Prof. Dr. med. Julius Hackethal, Facharzt für Chirurgie, starb am 17. Oktober im Alter von 75 Jahren in Bernau am Chiemsee an den Folgen von Lungenkrebs.
Julius K. H. Hackethal, am 6. November 1921 in Reinholterode-Eichsfeld geboren, studierte an den Universitäten in Berlin, Würzburg und Göttingen Medizin; er wurde 1945 zum Dr. med. promoviert.
Seine chirurgische Weiterbildung absolvierte er bei Prof. Dr. med. Franz Rose am Kreiskrankenhaus in Eschwege von 1946 bis 1950. Dort war er noch zwei Jahre als erster Assistent beziehungsweise Oberarzt, ab 1952 als wissenschaftlicher Assistent an der Orthopädischen Universitätsklinik in Münster tätig (bei Prof. Dr. med. Pitzen). Hackethal habilitierte sich 1954 für das Fach Orthopädie an der Universität Münster, 1956 für die Fächer Orthopädie und Chirurgie an der Universität Erlangen-Nürnberg, wo er als Oberarzt an der Chirurgischen Universitätsklinik in Erlangen wirkte. 1962 wurde Hackethal zum außerordentlichen Professor ernannt. Nach einem Konflikt wegen "Grundsatzfragen der Krankenversorgung" verließ Hackethal die Erlanger Universitätsklinik ("Erlanger Professorenstreit") und ging an das Städtische Krankenhaus in Lauenburg/Elbe, wo er von 1965 bis 1974 als Chirurg und als Chefarzt wirkte. Danach arbeitete er in Lauenburg als Chirurg in eigener Praxisklinik.
Hackethal, der elf populärmedizinische Bücher, zahlreiche Fachaufsätze veröffentlichte und Interviews in den Medien gegeben hatte, avancierte nicht zuletzt wegen seiner gutachterlichen Tätigkeit zu zahlreichen "Kunstfehler"-Prozessen und seiner "alternativen Theapievorschläge" zur Krebstherapie zu den umstrittensten Vertretern seines "Standes".
Julius Hackethal engagierte sich unter anderem auch für die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. Mit seinen Auffassungen (und Aktivitäten) zur Sterbehilfe fand der inzwischen von Lauenburg nach Oberbayern an den Chiemsee gewechselte Chirurg öffentliche Beachtung. Es folgten aber auch Auseinandersetzungen vor Gerichten und mit der Berufsaufsicht. Sein besonderes Augenmerk und seine oftmals beißende Kritik an der Schulmedizin bei der Krebsbehandlung und -vorsorge stießen häufig auf unkritische Zustimmung bei Vertretern der Medien, aber auch bei Patienten. In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung haben seine Thesen bislang nicht das "Prüfsiegel" der Wissenschaftlichkeit erhalten. EB

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