ArchivDeutsches Ärzteblatt12/1996Neugeborene und das Recht auf Leben

SPEKTRUM: Bücher

Neugeborene und das Recht auf Leben

Hoerster, Norbert

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Norbert Hoerster: Neugeborene und das Recht auf Leben. TB Nr. 1215 Wissenschaft, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 1995, 134 Seiten, kartoniert, 16,80 DM
Das Büchlein behandelt ethische Fragen, bezogen auf die für Rechtsordnung und ärztliche Standesmoral geltenden Maßstäbe. Dabei geht es um die Fragen: Darf man ein Neugeborenes sterben lassen oder sogar töten? Kommt es dabei auf den Entwicklungszustand oder eine Schädigung des Neugeborenen an? Dürfen auch die Interessen der Eltern oder der Gesellschaft eine Rolle spielen?
Nach Ansicht des Verfassers hat nicht ohne weiteres jedes menschliche Individuum mit Beginn seiner Existenz ein Recht auf Leben. Dieses Recht sollte, so Hoerster, dem Fötus erst mit dem Zeitpunkt der Geburt oder, wie Singer annimmt – eine umstrittene Meinung –, einige Wochen nach der Geburt zugebilligt werden.
Außerdem werden in diesem Buch die ebenfalls nicht unumstrittenen "Einbecker Empfehlungen" erörtert, vor allem, daß der Arzt im Einvernehmen mit den Eltern auf eine Behandlung verzichten kann, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Lebenserhaltung gering und die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Schwerstbehinderung sehr groß ist. Zwei Gesichtspunkte, die nicht immer miteinander in Einklang zu bringen sind.
Man muß das Buch, das zum Nachdenken anregt, einfach gelesen haben.
Elisabeth Trube-Becker,
Neuss
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