ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2011Sexueller Missbrauch: Runder Tisch diskutiert Hilfemöglichkeiten

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Sexueller Missbrauch: Runder Tisch diskutiert Hilfemöglichkeiten

PP 10, Ausgabe April 2011, Seite 154

Bühring, Petra

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„Betroffene sexuellen Missbrauchs brauchen die gesellschaftliche Anerkennung ihrer Leiden, sie brauchen materielle Entschädigung, und sie brauchen bessere Zugänge zu Psychotherapie und Beratung.“ Das forderte Christine Bergmann, Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, nach der Arbeitssitzung des Runden Tisches der Bundesregierung am 2. März. Der Runde Tisch favorisiert derzeit ein „institutionenübergreifendes Fondsmodell“ für die Betroffenen, an dem sich alle Verantwortlichen beteiligen sollen. Diskutiert wurde auch ein Hilfemodell innerhalb der Institution nach verbindlichen Standards. Konkretes zu finanziellen Hilfen wurde jedoch nicht entschieden. „Wichtig ist, dass es einen Hilfefonds geben wird, damit die Betroffenen die Therapien, die nicht von den Kassen übernommen werden, finanzieren können“, sagte die Missbrauchsbeauftragte.

Als Kind missbraucht – Für die Opfer soll es einen Hilfsfonds geben, aus dem Therapien finanziert werden können. Foto: picture-alliance
Als Kind missbraucht – Für die Opfer soll es einen Hilfsfonds geben, aus dem Therapien finanziert werden können. Foto: picture-alliance

Außerdem hat der Runde Tisch Leitlinien zur Einschaltung der Strafverfolgungsbehörden verabschiedet, an denen sich Institutionen und Vereine künftig beim Umgang mit Verdachtsfällen orientieren können. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wies erneut darauf hin, dass die zivilrechtlichen Verjährungsfristen der Taten von bislang drei auf 30 Jahre verlängert würden. Ein Gesetzentwurf sei in Arbeit.

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Bei der telefonischen Anlaufstelle der Missbrauchsbeauftragten können Betroffene mit Fachleuten über das Erlebte sprechen. Telefon (kostenfrei): 0800 2255530. PB

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