ArchivDeutsches Ärzteblatt46/1997Krankenhaus: Unterschiedliche Interessenlage

SPEKTRUM: Leserbriefe

Krankenhaus: Unterschiedliche Interessenlage

Hesselin, Werner

Zur Kostensenkung und Rationalisierungsmöglichkeit im Krankenhaus
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LNSLNS Da ist erstens der Krankenhausträger, der möglichst wenig Zuschüsse zahlen will, was dann am besten gelingt, wenn das Krankenhaus stets voll belegt ist und der Anteil an Patienten, die stark pflegebedürftig sind, nicht allzu hoch ist. Der Wunsch nach 100prozentiger Auslastung führt auch dazu, daß Entlassungen möglichst nicht am Wochenende, sondern erst zu Wochenanfang erfolgen.
Da ist zweitens die Gemeinschaft der Beitragszahler, die möglichst wenig Kosten für die Krankenhäuser wünscht. Dazu gehört eine strengere Auswahl der Patienten, die ins Krankenhaus kommen, verbunden mit einer möglichst geringen Verweildauer. Es ist offensichtlich, daß dieser Dualismus der Interessenlagen Lösungen außerordentlich erschwert, zumal Grundlagen für die Beurteilung der Lage fehlen. Zur Erarbeitung solcher Grundlagen genügt es nicht, sich auf schriftliche Unterlagen zu beschränken, vielmehr sind, vielleicht im Rahmen eines Forschungsprojekts, "Begehungen" durch kompetente neutrale Personen notwendig, um festzustellen, wer von den angetroffenen Patienten ins Krankenhaus gehört und wer genausogut ambulant behandelt werden könnte. Erst wenn solche Daten vorliegen, kann man Kriterien für den Bedarf aufstellen. Sollte dabei das Ergebnis herauskommen, daß eine Reduzierung der Krankenhausbetten möglich und sinnvoll ist, so wäre eine solche Maßnahme die wirksamste Kostensenkung.
Dr. med. Werner Hesselin, Feuerbachstraße 13, 51377 Leverkusen
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