ArchivDeutsches Ärzteblatt46/1997Hausärztetag: Grundstruktur durchdenken

SPEKTRUM: Leserbriefe

Hausärztetag: Grundstruktur durchdenken

Chevalier, Johannes

Zu dem Bericht vom 20. Deutschen Hausärztetag "Sympathien für das Primärarztsystem" von Dr. Harald Clade in Heft 41/1997
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Es ist interessant, wie immer wieder versucht wird, die Pfründen, an die man sich einmal gewöhnt hat, auch zu halten und immer wieder neue Ideen hervorzuzaubern, mit denen es möglich ist, daß diese Pfründen auch niemandem genommen werden. Das reellste und effektivste System in unserem Gesundheitswesen ist die Durchführung einer alle Ärztegruppen umfassenden Kostenerstattung, womit der Patient nicht mehr wie eine Marionette am Gängelband geführt, sondern selbstvertrauend in Eigeninitiative entscheiden kann, welchen Arzt er aufsucht. Die Patienten gehören nicht den Ärzten, denn sie sind von den Ärzten nicht gekauft worden. Ärztliche Tugend besteht darin, in ethischer Verantwortung dem einzelnen Hilfesuchenden zu helfen. Daß dabei Gelder freigemacht werden müssen, liegt auf der Hand und läßt sich auch nicht wegdenken. Daß aber die Gelder nunmehr verteilt werden sollen nach Gutdünken und dem Willen einzelner Gruppen, widerspricht dem ärztlichen Grundgedanken.
Es wäre wesentlicher gewesen, die Grundstruktur unseres Gesundheitssystems zu durchdenken und neu zu formulieren, statt sich darüber Gedanken zu machen, wie man den Patienten am besten von allen anderen Fachgruppen fernhält und sie zunächst in die eigenen Reihen schiebt . . .
Dr. med. Johannes Chevalier, Weißliliengasse 17, 55116 Mainz
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote