ArchivDeutsches Ärzteblatt46/1997Estrafemol® in der Menopause: Sequenzpräparat mit Lutealphase

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Estrafemol® in der Menopause: Sequenzpräparat mit Lutealphase

Herberhold, Cornelia

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LNSLNS Häufig wird bei Zyklusstörungen oder Beschwerden in den Wechseljahren ein Präparat ohne differenzierte Diagnostik verordnet. Konsequente Beratung und Dauertherapie sind selten, obwohl ihnen prophylaktische Bedeutung zukommt. Kann eine niedrigdosierte Pille weitergegeben werden, empfiehlt sich die Substitution von Gelbkörperhormon oder Östrogenen. Eine Faustregel für die Hormonsubstitution gibt es laut Prof. Heinz Bohnet (Hamburg) nicht, da der Organismus jeder Frau individuell reagiere.
Gelbkörperhormon sollte nicht länger als zwei bis drei Monate gegeben werden, sonst treibe man die Frau in den Östrogenmangel hinein, so Bohnet. Häufig werde auch übersehen, daß Frauen in den Wechseljahren nicht an einem Östrogenmangel, sondern an einem relativen Überschuß leiden.


Großzügige Östrogengabe
Im Alter zwischen 46 bis 50 Jahren hat etwa die Hälfte der Frauen noch einen normalen Spiegel des follikelstimulierenden Hormons (FSH) - was bedeutet, daß zu diesem Zeitpunkt auch meistens noch ausreichend Östrogene vorhanden sind. Die Ovaralterung beginnt schon früher als die typischen Wechseljahrbeschwerden. Durch die nicht mehr optimalen physiologischen Zyklen können Probleme auftreten. Nur bei der Hälfte der Frauen um die 50 Jahre ist die Endometriumschleimhaut "ruhig", denn der relative Östrogenüberschuß führt zur Hyperplasie. Wird zusätzlich Östrogen gegeben, können Blutungen auftreten. Die Menopause liegt im Durchschnitt heute bei 54 Jahren. In der Postmenopause sollte man großzügig Östrogene geben. Durch die Östrogen-(Gestagen-)Substitution kann man die Manifestation von Herz-KreislaufErkrankungen und Osteoporose bei älteren Frau hinauszögern oder gar verhindern. Auch akut auftretende urogenitale Symptome lassen sich mit Hormonen gut beeinflussen.

Zugabe von Gestagen
Häufig wird befürchtet, durch Hormonsubstitution die Entstehung gynäkologischer Tumoren zu begünstigen. Ein entsprechender Zusammenhang, so Prof. Thomas von Holst (Universität Heidelberg), besteht lediglich beim Korpuskarzinom und beim Rezeptor-positiven Mammakarzinom. Weil Östrogene das Wachstum eines Korpuskarzinoms beschleunigen können, gilt bei allen nicht hysterektomierten Frauen die Zugabe eines Gestagens wegen der antiproliferativen Effekte auf das Endometrium als obligat.
Zum ersten Mal steht nun mit Estrafemol®, so war auf einem vom Unternehmen Henning in Berlin initiierten Symposium zu hören, ein Sequenzpräparat für die späte Peri- und Postmenopause zur Verfügung, das in der zweiten Einnahmephase höher dosiert Östrogene enthält und die physiologische Lutealphase von 14 Tagen einhält. Die Sexualhormone Estradiolvalerat und Medroxyprogesteronacetat sind niedrig dosiert.

In Sesamöl verkapselt
Der Einnahmezyklus von zwölf plus 14 Tagen mit zweitägiger Pause imitiert das Menstruationsintervall in der Prämenopause. An die "Follikelphase" mit zwölf Tagen schließt sich die physiologische Einnahmedauer der "Lutealphase" von 14 Tagen an. In der ersten Phase enthält es 1 mg Estradiolvalerat, in der zweiten Phase wird die Östrogendosis um 25 Prozent (1,25 mg Estradiolvalerat) angehoben, was der zyklischen Östrogenausschüttung entspricht. Die Wirkstoffe sind in Sesamöl aufgenommen und verkapselt, was eine gleichmäßige "protrahierte" Resorption gewährleistet. Am besten wird Estrafemol® abends eingenommen, damit durch die höheren Östrogenkonzentrationen Hitzewallungen in der Nacht vermieden werden. In einer Multicenterstudie mit 576 Patientinnen hatten 60 Prozentder Frauen schwere und mittlere Wechseljahrbeschwerden. Während des ersten Zyklus unter Estrafemol® (also im ersten Behandlungsmonat) hatte sich die Anzahl der Patientinnen mit schweren und mittleren Wechseljahrbeschwerden auf zirka 15 Prozent reduziert. Während des dritten Behandlungszyklus waren es nur noch rund fünf Prozent der Patientinnen. Es handelte sich hierbei um alle typischen klimakterischen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Antriebslosigkeit. Dr. Cornelia Herberhold

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