ArchivDeutsches Ärzteblatt47/1997Sprachliches: Unverständliche Ausführungen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Sprachliches: Unverständliche Ausführungen

Schwerd, W.

Zu dem Beitrag "Start des bundesweiten Gesundheitssurveys" in Heft 43/1997
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LNSLNS Von meinen Eltern, mein Vater war Neuphilologe, in der Schule und im Beruf als Rechtsmediziner habe ich gelernt, daß man sich - wenn immer möglich - der deutschen Sprache bedienen soll. Als Mediziner habe ich natürlich auch die nicht immer sehr verständliche medizinische Fachsprache erlernt. Bei meiner Ausbildung zum Rechtsmediziner mußte ich aber rasch lernen, Fachausdrücke in deutscher Sprache zu benutzen. Bei der Lektüre des Artikels ist mir wieder klargeworden, wie wichtig die Pflege der deutschen Sprache ist. Ich habe mehrere Kollegen befragt, ob sie mir sagen können, was "Modul Arzneimittelsurvey" bedeutet. Keiner fand, wenn überhaupt, eine brauchbare Antwort.
Die Ausführungen im zweiten Absatz hat auch keiner der Befragten so recht verstanden. Die Mitteilung, daß als Instrumente ein Fragebogen, den die Teilnehmer selbst ausfüllen, ein standardisiertes ärztliches Interview sowie die Messung von Körpermaßen, Blutdruck und mehr als 40 Blut- und Urinwerten zum Einsatz kommen, trägt zum Verständnis nicht bei. Auch Sätze wie: "Das Modul Folsäureversorgung bei Frauen im gebärfähigen Alter soll die Zusammenhänge zwischen Neuralrohrdefekten und Folsäuredefiziten untersuchen.". . . tragen nicht zum Verständnis bei . . . Die nicht besonders gute Beherrschung der deutschen Sprache durch den Autor ergibt sich auch aus dem Satz: "Allerdings müssen gegebenenfalls auffällige Untersuchungsbefunde abgeklärt werden." Abklären ist das Gegenteil von aufklären. "Klären" würde genügen und zugleich verständlich ("klar") sein. Das Wort "Modul" wird wohl auch als Modewort verwendet, wobei der Verdacht aufkommt, daß der Autor die eigentliche Bedeutung nicht kennt . . .
Prof. Dr. med. W. Schwerd, Anne-Frank-Straße 13, 97082 Würzburg
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