ArchivDeutsches Ärzteblatt47/1997Herztransplantation – Nachteil: Kartell-Situation

SPEKTRUM: Leserbriefe

Herztransplantation – Nachteil: Kartell-Situation

Posival, H.

Zu dem Beitrag "Mitteldeutscher Transplantationsverbund: Regionalisierung der Herztransplantation" von Prof. Dr. med. H.-R. Zerkowski in Heft 38/1997
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LNSLNS Herr Kollege Zerkowski beschreibt hier die Erfolge des mitteldeutschen Transplantationsverbundes im Bereich der Herztransplantation. Die Zahlen sind sehr erfreulich und zeigen die Möglichkeiten bei der Motivation zur Organspende in der Öffentlichkeit, sind sicherlich aber auch Ausdruck von Überzeugungsarbeit im Bereich der ärztlichen Kollegen in den Spenderkrankenhäusern.
Die Nachteile eines Transplantationsverbundes werden allerdings dann offensichtlich, wenn ein in der Region arbeitendes Zentrum von der Teilnahme an einem derartigen Verbundsystem ausgeschlossen wird, so wie das bei unserer Klinik der Fall ist. Hier bilden die Universitätskliniken in Heidelberg, Tübingen, Ulm und Freiburg sowie deren angegliederte akademische Lehrkrankenhäuser einen geschlossenen Verbund. Für uns besteht keinerlei Möglichkeit zur Allokation lokaler Spender für die uns anvertrauten Patienten. Es wurde eine KartellSituation geschaffen, wodurch zwangsläufig für die Patienten auf unserer Warteliste zur Herztransplantation ein kaum länger tolerierbarer Zustand mit extrem langen Wartezeiten entstanden ist. Eine kooperative Haltung des hier tätigen Transplantationsverbundes "Uni BW" zeichnet sich bislang leider nicht ab, wenngleich nicht nur aus Kollegialität, sondern vor allen Dingen aus Verantwortung für die Gesamtheit terminal herzinsuffizienter Patienten hier eine Zusammenarbeit geboten wäre.
Dr. med. H. Posival, Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe GmbH, Franz-Lust-Straße 30, 76185 Karlsruhe
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